DIE ZEIT

Kollektiv-Vergeltung in England?

Nun stellt sich heraus, daß es doch nicht nur eine Erfindung der deutschen Botschaft in London war, was jüngst gemeldet wurde: daß nämlich manche englische Firmen entschlossen sind, die antisemitische Sudelwelle in der Bundesrepublik mit einem Boykott deutscher Waren zu beantworten.

Keine Volksjustiz!

Drei Äußerungen, ein Tenor: Bischof Dibelius, William Schlamm und Bundeskanzler Adenauer sind sich alle einig, daß den halbstarken Hakenkreuzschmierern am ehesten „eine Tracht Prügel“ gebühre.

Wirtschaftspolitik – Tummelplatz für alle?

Es ist schon merkwürdig, daß Fragen, die zweifellos das wirtschaftliche und soziale Sein jedes einzelnen berühren, zugleich auch als ein Gegenstand betrachtet werden, bei dem sich jeder als sachverständig zu einem Urteil berechtigt glaubt.

Bräutigams Orden

Es war einmal ein Kriegstagebuch, und dieses Kriegstagebuch erregte nicht nur literarisches Kopfschütteln. Als Verfasser bekannte sich Dr.

ZEITSPIEGEL

Bei der Landung in Formosa kam der Pilot eines rotchinesischen Düsenjägers ums Leben, der offenbar zu Tschiang Kai-schek überlaufen wollte.

Woran der Kreml rüttelt

blem. Es versucht, in der Welt den Eindruck zu erwecken, die Westmächte und die Bundesrepublik seien in der Berlin-Frage im Unrecht; es stellt sie als die Verlängerer des „Besatzungsregimes“ hin, die die Reste des zweiten Weltkrieges nicht beseitigen wollten.

Chruschtschow jätet aus

Freundschaft ist Freundschaft und Dienst ist Dienst“, erklärte der sowjetische Ministerpräsident und Parteichef Nikita Chruschtschow am 25.

Verbot zu Köln

Die Schlamm-Woge rollt weiter durch Deutschland, und hinter ihr her rollt, immer grollender, die Anti-Schlamm-Woge. Vortrag des österreichisch-amerikanischen Publizisten in Düsseldorf: die Bundesregierung widerspricht; Vortrag Schlamms in Rheinland-Pfalz: ein SPD-Politiker fordert seine Ausweisung; Vortrag des Bestseller-Autors in Münster: die Berliner Studenten laden ihn wieder aus, das Kuratorium Unteilbares Deutschland rückt von ihm ab, ein FDP-Abgeordneter fragt im Düsseldorfer Landtag, ob Schlamms Reden mit dem Grundgesetz vereinbar seien.

Mit den Bomben leben

Das gefährliche Gewerbe des Sprengmeisters Merz: In 15 Jahren 4500 Blindgänger entschärft

Kanzlerbesuch in Rom

Auf die Blüten dieser Freundschaft ist in der Ära des west-östlichen Tauwetters reichlich Rauhreif gefallen. Gestern noch war allerorten die Rede vom Dreieck Rom-Paris-Bonn.

Bedenken in Burma

In der burmesischen Hauptstadt Rangun ist der TASS-Korrespondent Kowtunenko im neunten Monat in der Sowjetbotschaft „interniert“.

Daß die Gespenster weichen ...

Der Vizepräsident des Bundestages, Professor Carlo Schmidt, hat am Mittwoch im Namen des Parlaments zu den antisemitischen Vorfällen der letzten Wochen Stellung genommen.

Mars-Mikroben

Auf dem internationalen Weltraum-Kongreß in Nizza kam allerlei Verblüffendes zutage. So überraschte der amerikanische Erbbiologe und Nobelpreisträger Dr.

Sorge um Südtirol

Vor einigen Wochen veröffentlichte die ZEIT von mir einen Artikel über Südtirol, in dem ich nicht das Recht oder Unrecht zu beurteilen versuchte, das Österreicher und Italiener in dieser Frage scheidet, sondern in dem ich lediglich bemüht war zu erklären, warum die Lösung dieses Problems so schwierig sei.

Berlin: Regierungskrise im AStA

Fast zur gleichen Stunde, da der Vorsitzende des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) an der Universität Bonn demissionierte, wurde der AStA-Vorsitzende der Freien Universität Berlin unerwartet das Opfer eines Mißtrauensantrages.

Rote Gespenster

Auf dem Steinplatz in Charlottenburg steht ein Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus. Hier versammelten sich am Montag etwa 3000 Studenten.

Hamburg: Antisemit als Stammgast

Er wurde 1929 in Schwerin geboren, heißt Georg Lagodny. Er besuchte die Schule bis zur „mittleren Reife“, kam in den Arbeitsdienst, zur Wehrmacht.

Die billige Konkurrenz

Stuck, Köln s begann damit, daß ich — es mag im Jahre 1951 gewesen sein — auf einem Trümmergelände z

Mein Gedicht

warum hast du uns verlassen, in welche gestellt ist nun deine schöne große seele gewandert. bist du ein stern geworden oder eine kette aus wasser an einem heißen Wirbelwind oder ein eufer aus schwarzem licht oder ein durchsichtiger ziegel an der stöhnenden trommel des felsigen Wesens.

Husarenstreiche und schwerere Kämpfe

„Seine künstlerische Lustigkeit ist so hinreißend, wie die moralische Erbitterung“ – so schrieb es Thomas Mann in das Vorwort des Romans, der wohl allgemein als Hermann Kestens Hauptwerk gilt, „Die Kinder von Gernika“.

Der kurzsichtige Leutnant

Februar 1945. Folgende Ansprache: „... Der Herr Gerichtsoffizier und ich in meiner Eigenschaft als Vertreter des Kommandanten haben uns entschlossen, sechzig Zuchthausverurteilten die Chance einer Frontbewährung zu geben.

Sonntagslektüre

Die ZEIT erfreut sich neuerdings der besonderen Aufmerksamkeit des Ostberliner Wochenblattes „Sonntag“. Und manchmal gelingt den Kollegen von der anderen Seite des Vorhangs eine ganz gute Pointe.

ZEITMOSAIK

Am 5. April beginnt wieder die große Saison für Freunde der Bühne im allgemeinen und des großen englischen Dramatikers im besonderen: Shakespeare-Dramen in Stratford-upon-Avon, wo der genius loci dazu verpflichtet, sie besser zu spielen als irgendwo sonst auf der Welt.

Wo fängt der Avantgardismus an?

In der Tat hat Lessing den jungen Goethe, Goethe den jungen Schiller, Schiller den jungen Friedrich Schlegel abgelehnt. Auch hat Goethe den Kleist erst gefördert, dann abgelehnt, ebenso Schiller den Hölderlin.

Alles andere – nur kein Star

Was mich betrifft, wird dieser Stab dort auch schön liegenbleiben. Lieber arbeite ich als Heizer auf einem ausgedienten Bananenfrachter, lieber würde ich Partner eines Messerwerfers, lieber Turmspitzen-Putzer als ein Star oder auch nur ein Starlet.

Amerika nichts Neues

Zuerst sollte er gar nicht den westlichen Seeweg nach Indien suchen, obwohl er doch so gerne wollte. Dann durfte er und fand auch.

Unser Recht:: Die Kassenärzte in der Klemme

Streit kann manchmal auch nützlich sein. So war es jedenfalls im Betriebskasino, als sich einige Arbeitskollegen gegen Emil wandten, dessen Darstellung sie als Angeberei bezeichneten.

Nr. 4 vom 26. Januar 1950: Überstandene Ängste

Liberalisierung von Wirtschaft und Handel, das ist der wirtschaftspolitische Schlachtruf der Bonner Regierung. Und niemand kann objektiv bestreiten, daß das System des Freien Wettbewerbs viele, bisher selig schlummernde Kräfte wachgerüttelt hat.

Der unverbindliche Eros

Ich habe schon oft darüber nachgedacht, ob wohl konstitutionell bedingt ist, daß Männer immer aufspringen, wenn sie sich keinen Rat mehr wissen; alle Energie scheint urplötzlich vom Kopf in die Beine zu fahren.

Erfolgsbilanz 1959

Der sparsame Hausvater, Anfoine Pinay, der in der vergangenen Woche den Posten des Finanzministers aufgeben mußte, hinterläßt Frankreich eine erstaunliche Erbschaft.

Lichtblick für Blessing

Als sich die Bundesbank im Herbst zu einer Diskonterhöhung entschloß, schien es, als ob sie damit gegen den Wind einer weltwirtschaftlichen Entwicklung segle.

„Volksbenzin”

Der Bundeswirtschaftsminister reibt sich die Hände; endlich kann er die Früchte seiner unablässigen Bemühungen um die sogenannten freien Tankstellen ernten.

Finanzinspektor mit großer Erbschaft

Der neue französische Finanzminister und bisherige Gouverneur der Bank von Frankreich, Wilfrid Baumgartner, hat anläßlich seiner Berufung erklärt, daß er den Pinay’schen Kurs der finanziellen Strenge und der wirtschaftlichen Vorsicht unverändert weiterführen werde.

Bessere Leistungen kosten mehr Geld

Noch immer ist der kranke Arbeiter bei uns ungünstiger dran als der Angestellte, der im Krankheitsfalle sein Gehalt in voller Höhe weiter ausgezahlt erhält, und zwar mindestens für die Dauer von sechs Wochen.

Kuckucks-Ei der Luft

Botschafter Lahr ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Als Delegationsführer einer Abordnung der Bundesrepublik hat er am 18.

Experiment mit Partnerschaft

Obwohl anläßlich der Gründung der Zentralafrikanischen Föderation im Jahre 1953 gemischtrassige Gewerkschaften beabsichtigt werden sind, ist es bis jetzt der Regierung nicht gelungen, den ersten Schritt in dieser Richtung zu tun.

ZEIT-RAFFER

Die Europäische parlamentarische Versammlung hat eine Resolution angenommen, in der die von der Hohen Behörde angeregte kleine Revision des Vertrags über die Montan-Union unterstützt wird.

Erz aus dem Urwald

Liberia hat drei „Quellen natürlichen Reichtums“: Die Gummiplantagen, deren erste und größte – die größte der Welt – die amerikanische Firma Firestone 1924 angelegt hat, ferner die umfangreichen Erzlager (bis zu 70 v.

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