DIE ZEIT

Was ist mit den Nazis in Bonn?

Nein, wir können nicht mehr so tun, als ob es bei der Kampagne, die im Ausland um den Antisemitismus in Deutschland geführt wird, nur um ein paar Hakenkreuzschmierer ginge.

Taktlosigkeit in Tunis

Der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Wischniewski,Gewerkschaftssekretär und Vorsitzender der Jungsozialisten Mittelrhein, fuhr; – nicht ohne vorher darüber mit dem Auswärtigen Amt gesprochen zu haben – zum panafrikanischen Kongreß nach Tunis.

De Gaulle muß durchgreifen

Frankreich hat von der nationalen Einigkeit geträumt; de Gaulle galt als die Verkörperung des einigen Vaterlandes, und die ersten Schritte der Fünften Republik schienen beflügelt.

Gumbels Weg zurück zu Strauß

Zu Beginn dieses Monats zog sich ein hoher Ministerialbeamter in stummer Enttäuschung aus dem Bundeskanzleramt zurück, wo er erst acht Wochen zuvor eine ihm dringend angetragene Aufgabe übernommen hatte.

ZEITSPIEGEL

An der Spitze der algerischen Ultras stehen der Abgeordnete Pierre Lagaillarde, Veteran des 13. Mai 1958, und der poujadistische Caféhausbesitzer Joseph Ortiz.

Nachwuchssorgen in München

In Bayern vollzog sich ein Regierungswechsel, dem – wenn er auch für die Öffentlichkeit überraschend kam – gar nichts Sensationelles anhaftet.

Noble Korrektur

Der Rektor der Universität Köln, Professor Kraus, hat sich letzte Woche selbst korrigiert: William S. Schlamm durfte – wenn auch nicht in der Aula – doch in einem großen Saal der Universität sprechen.

Juden unerwünscht?

Im „Geleitwort zum sechsten Jahrgang des Kalenders“ (1959) hatte der Vorstand des VDTM ausdrücklich auf zwei Gedenktage hingewiesen: auf den 200.

Gibt es keine Lehrstuhlkandidaten?

Zur geflügelten Phrase gegen jeden Versuch, die Ordinarien unserer Universitäten zu entlasten, wurde die Behauptung: Es fehlt am geeigneten Nachwuchs für neue Lehrstühle.

Zweifel am christlichen Glauben

Der große Erfolg von Gerhard Szczesnys Buch über „Die Zukunft des Unglaubens“ (vgl. die ZEIT Nr. 49(1958) hat bewiesen, daß es offenbar weitaus mehr Unbehagen am christlichen Glauben gibt, wir Christen es uns oder anderen gern eingestehen.

Nr. 5 vom 2. Februar 1950: Das gab’s auch schon

Aus den Vereinigten Staaten schreiben aufrichtige Freunde Deutschlands, von Woche zu Woche mehr und mehr besorgt, über die Verschlechterung der Stimmung gegenüber der neuen deutschen Bundesrepublik, die seit einiger Zeit eingetreten ist.

Wolfgang Kayser

Wolfgang Kayser, 53 Jahre alt, Ordinarius für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Göttingen, ist am Sonnabendnachmittag gestorben.

ZEITMOSAIK

Vorlesungen über dialektischen Materialismus sollen den Studenten der polnischen Universitäten erneut zur Pflicht gemacht werden.

Der Fall Rudolf Noelte

In Südwestdeutschland haben Theaterkundige, die Personenkenntnis besitzen, eine Wette gewonnen. Als der Regisseur Rudolf Noelte zum künstlerischen Leiter des Berliner „Theaters am Kurfürstendamm“ berufen wurde, da wagten diese kundigen Thebaner eine Pulle Sekt an ihre Prognose: Leonhard Steckel hat es in dieser Position ein Jahr ausgehalten, kündigte seinen Vertrag jedoch noch während der ersten Spielzeit; Rudolf Noelte wird noch nicht einmal den Januar 1960 als künstlerischer Direktor überleben.

Italiens Opern rebellieren

Der Streik der italienischen Operntheater ist in der Geschichte der Streiks wohl eine der ganz großen Seltenheiten. Gestreikt wurde nicht, wie verschiedentlich gemeldet wurde, weil Sänger, Orchestermitglieder, Bühnenarbeiter und Platzanweiser mehr Geld haben wollten.

Abflug

Abschiedsgesichter, Regen in Augen, Süße des Aufbruchs im Aufschrei der Viermotorigen.

Die kindische Generation

Wer das Leben begriffen hat, weiß, daß dem Menschen nichts umsonst gegeben wird. Jeder Gewinn auf der einen Seite muß mit einem Verlust auf der anderen bezahlt werden.

Schaubühne der freien Welt

Statistische Zahlen können eine höchst lebendige Wirklichkeit signalisieren. Es beschäftigte sich in der vergangenen Woche ein Ausschuß des Berliner Abgeordnetenhauses mit den Ergebnissen eines „Gesamtberliner Kulturplanes“; dabei kamen Additionen zur Sprache, die teils sensationell, teils mahnend wirken müssen.

Her mit den Klischees!

Es gibt deutsche Schriftsteller, die im Ausland gerade deswegen gern gelesen werden, weil man sie als „typisch deutsch“ empfindet.

Mein Gedicht

„Beständig ist das leicht Verletzliche“. Das ist fein Spruch, der aus der gleichen Geistesgegend stammt wie der Lao-Tses: „Das Zarte überwindet das Harte.

Grause Gesänge

So heißt’s in einem bekannten Bänkellied. Es entstand 1779 – man behaupte nicht, daß die Zeit nur hohe Literatur bewahre, niedere dagegen allmählich in Vergessenheit geraten lasse.

Dokument des Expressionismus

Eine Bereicherung der Literaturwissenschaft durch nüchtern liebevolle Sammlung biographischer Fakten

Hang zum Chaos

Obwohl in den Ostblockstaaten die Kurven der wirtschaftlichen Erfolgsstatistiken ständig aufwärts klettern müssen, gibt man in Polen jetzt zu, daß in den dortigen Staatsbetrieben die niedrigste Arbeitsproduktivität Europas erreicht sein dürfte.

Gläubiger zu grauen Kursen

Es war dem Bundesanleihe-Konsortium nicht möglich, die Bundesanleihe 1960 während der Zeichnungsfrist in vollem Umfang unterzubringen.

Landwirte unter Preisdruck

er Deutsche Bauernverband (DBV) hat sich wieder einmal auf den Kriegspfad gegen Bonn begeben.

Der Comecon wirbt

Auf recht unmißverständliche Weise hat sich der kommunistische Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (Comecon) dem Westen kürzlich selbst empfohlen.

Des ewigen Schnitzels müde

Der Bundesbürger unserer Tage frönt auch ohne besonderen Anlaß ausgiebig lukullischen Genüssen. Wir befinden uns hoch auf den Wogen der„Edelfreßwelle“.

Mit der Harpune auf dem Kriegspfad

Wenig beachtet von der großen Öffentlichkeit ist in diesen Tagen eines der ersten Nachkriegsexperimente in wirtschaftlicher Zusammenarbeit gescheitert: die Internationale Walfang-Konvention von 1946.

ZEIT-RAFFER

Ausgelöst durch eine Aktion der „Konsumgenosschenschaft Köln“ ist es im Gebiet Köln–Bonn zu einem neuen „Butterkrieg“ gekommen.

Ein gemeinsames Entwicklungs-Programm

Die internationale Finanzpolitik erfuhr seit dem zweiten Weltkrieg eine Reihe von Umwälzungen. Das Ziel der Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen in Bretton Woods (1944) bestand darin, in kürzester Zeit, nämlich nach Beendigung der Hilfstätigkeit der UNRRA, mit Hilfe der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds die privaten Kapitalexporte in Schwung zu bringen, die nach dem Ausbruch der Krise von 1929 zum Erliegen gekommen waren.

Neuerscheinungen für die Wirtschaft

Dr. Ernst Zander: Werkzeitschrift und Gewerkschaft. Reihe 1, Heft 1. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Partnerschaft in der Wirtschaft e.

Beim Autokauf zu beachten

Es war einmal – wie im Märchen – eine Lust, Auto zu fahren. Davon wissen nur noch alte Jahrgänge unserer Generation ein fröhliches Lied zu singen.

Der Leser schreibt...

Im Rahmen der „Gespräche am Bankschalter“ (Nr. 51 vom 18. Dezember 1959) empfehlen Sie dem Aktionär die Teilnahme an der Hauptversammlung seiner Gesellschaft.

Transaktionen um Lahmeyer

Die Elektrizitätswirtschaft ist nicht nur technisch durch große Überlandleitungen auf das engste verbunden, sondern sie ist auch kapitalmäßig verschachtelt.

Erste Zusatzaktien!

An der Börse sprach man schon seit einiger Zeit davon, daß die Metallgesellschaft AG, Frankfurt/Main, Zusatzaktien in einem besseren Verhältnis als 1:1 ausgeben werde.

Vorerst gegen Flick

Der Gong zur zweiten Runde im Rechtsstreit Krages gegen Flick/Feldmühle hat geschlagen. Sieger der ersten Runde ist eindeutig der Bremer Holzkaufmann Hermann D.

Start bei den Banken

Wieder einmal hat es die Vereinsbank in Hamburg als erstes Kreditinstitut geschafft, ihren Dividendenentschluß für das abgelaufene Geschäftsjahr bekanntzugeben.

Neue Atome oder Hitze-Effekt?

Nicht, wie Theo Löbsack meint, der Hitzeeffekt der neu-entstehenden Materie zwischen den Sternsystemen – übrigens vermutet Hoyle in seinem Buche „Frontiers of Astronomy“, daß die kontinuierliche Materie – Erzeugung nicht von Neutronen, sondern direkt von Wasserstoff-Atomen ausgeht –, nicht also der Hitze-Effekt veranlaßt die Ausdehnung des Universums, sondern eben die Möglichkeit, daß immer wieder neue Atome im Raum entstehen, gibt dem Raum aktive physikalische Eigenschaften, so daß er nicht mehr ein träges Etwas ist, in dem Materie existieren kann: „Die kontinuierliche Entstehung der Materie zwingt das Universum zur Expansion“ (Hoyle).

Schneller als die Zeit?

Unter dem Titel „Schneller als die Zeit“ brachte das Bayerische Fernsehen einen Filmbericht über das amerikanische Raketenflugzeug X-15.

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