Die Baulandsteuer wird das Angebot an Grundstücken kaum vergrößern

Von Sigmund Chabrowski

In den Ausschüssen des Bundestages erhält die sogenannte Grundsteuer C, kurz Baulandsteuer genannt, gerade ihren letzten Schliff. An der Einführung dieser in der Öffentlichkeit viel umstrittenen Steuer ist nun wohl kaum noch zu zweifeln, denn nach dem gegenwärtigen Stand der Ausschußberatungen scheint es so gut wie ausgeschlossen, daß sich im Plenum des Bundestages für die Ablehnung dieses Steuerprojekts eine Mehrheit finden wird. Nach den parlamentarischen Osterferien soll der Bundestag die Baulandsteuer zusammen mit dem Bundesbaugesetz abschließend beraten.

Wer also ein Baugrundstück besitzt, kann darum ruhig schon jetzt zu Papier und Feder greifen, um sich auszurechnen, was der Bonner Gesetzgeber an zusätzlichen Belastungen für ihn in petto hat.

Was sie kostet

Hier das Rechenrezept: Man nehme den Einheitswert des Grundstücks, wie er von den Finanzämtern festgesetzt ist. Bei einer Grundstücksgröße von 500 Quadratmetern und einem angenommenen Stopp-Preis von 2 DM je Quadratmeter (unbebaute Grundstücke unterliegen bekanntlich immer noch den Preisstoppvorschriften von 1935) errechnet sich beispielsweise ein Einheitswert von 1000 DM.

Zur Zeit unterliegen die meisten unbebauten Grundstücke einer Steuermeßzahl von fünf (in einigen Sonderfällen von zehn) vom Tausend des Einheitswertes. Der sogenannte Steuermeßbetrag beliefe sich also in unserem Beispiel auf 5 DM. Hier nun soll die Sonde angesetzt werden. Vom 1. Januar 1961 an soll die Steuermeßzahl auf zwanzig vom Tausend, in zwei weiteren Jahren auf 25 und ab 1. Januar 1963 dann auf 30 vom Tausend erhöht werden. Demgemäß wird sich – um bei unserem Beispiel zu bleiben – der Steuermeßbetrag von bisher 5 DM am 1. Januar 1961 auf 20 DM, am 1. Januar 1963 auf 25 und am 1. Januar 1965 auf 30 DM erhöhen.