DIE ZEIT

Auftakt zum Atomchaos?

Jener Pilz aus Rauch und Feuer, der am vergangenen Sonnabend über der Sahara aufstieg, war das weithin sichtbare Zeichen für die 208.

Nach dem Knall

Hurra für Frankreich – wirklich? Außenpolitisch scheint die französische Bombe noch keineswegs die automatische Aufnahme Frankreichs in die Spitzengruppe der Groß- und Weltmächte mit sich zu bringen.

Offene Rechnung

„Der Reichsführer SS erschien plötzlich bei uns zu Besuch und erkundigte sich, ob mir auch Kaffee mit Kuchen bekommen hätten.

Akten aus dem Osten

Die Justizminister der Bundesländer haben am Wochenende in Wiesbaden das Angebot des Generalstaatsanwalts der Sowjetzone abgelehnt, „Belastungsmaterial“ gegen Richter und Staatsanwälte der Bundesrepublik durch einen „Bevollmächtigten“ in Ostberlin abholen zu lassen.

SPD kapitulierte

Nun sollte es also richtig losgehen. Außenpolitische Debatte – so stand’s auf der Tagesordnung des Bonner Parlaments. Neugierige drängten sich nach Tribünenkarten.

Bundeskultusminister

Diese Zeitung trägt heute einen Gedanken zu Grabe, der ihr seit ihren Anfängen lieb und wert war: den Gedanken, es könnte für die deutschen Schulen und Hochschulen, für Kunst und Literatur förderlich sein, wenn es dafür auch eine deutsche Stelle mit entscheidenden Kompetenzen gäbe – statt wie bisher eine rheinlandpfälzische, eine nordrhein-westfälische, eine südweststaatliche und acht andere: kurz, wenn ein Bundesministerium für das, was wir „kulturelle Belange“ nennen, unter welchem Namen auch immer.

Jedem Dorf seine Sirene

Bald wird es in der Bundesrepublik 30 000 Luftschutzsirenen geben. Im zweiten Weltkrieg kam man noch mit 11 000 aus, und das im ganzen Reichsgebiet.

Aron und die Ostideologen

Zu einem aufschlußreichen Dialog über die Gretchenfrage der Koexistenz kam es kürzlich zwischen Raymond Aron dem Soziologie-Professor der Sorbonne, zugleich Mitarbeiter des Figaro, und der Prawda.

ZEITSPIEGEL

„Der Sozialismus schreitet voran und ist jetzt dabei, das kapitalistische Regime zu ersetzen. Es wäre logisch, wenn das kapitalistische Regime in Westdeutschland ausgeschaltet und ganz Deutschland sozialistisch würde.

Minister am Ballhausplatz

Ein Wiener Politiker reist durch Europa: Dr. Bruno Kreisky der im vergangenen Jahr österreichischer Außenminister geworden ist.

Die gelbe Bürde des roten Zaren

Die Fachleute für vergleichende Applausometrie haben zu New Delhi den Beifall gemessen und festgestellt: Zehnmal mehr Inder klatschten vor zwei Monaten für Amerikas Präsidenten Eisenhower als jetzt für den sowjetischen Premier-Nikita Chruschtschow.

Kein Naturschutzpark für Juden

Da liegt noch immer der Entwurf eines Gesetzes vor dem Bundestag, das die deutschen Juden unter Sonderschutz stellen soll (wenngleich es die jüdische Gemeinschaft nicht ausdrücklich erwähnt).

Zurück von der Safari

Macmillan: In Afrika und Asien fällt die größte Entscheidung – der nächsten fünfzig fahre

Es geht gegen die Deutschen!

Fritz René Allemann ist den Lesern seit vielen Jahren als Mitarbeiter der ZEIT bekannt. Wenn er aber in folgendem Artikel die Hintergründe des Kesseltreibens untersucht, das gegenwärtig gegen die deutsche Bundesrepubik inszeniert wird, so scheint immerhin der Hinweis angebracht zu sein, daß hier ein Mann das Wort ergreift, der nicht im Verdacht stehen kann, pro domo zu sprechen.

Die Provinz gegen de Gaulle

Die „Säuberung“ geht weiter. Der Ministerrat in Paris beschloß, jene „Territorialeinheiten“ (U. T.) in Algerien aufzulösen, die als Bürgerwehr gegen die aufständischen Fellaghas gedacht waren, in Wirklichkeit aber die Manövriermasse für jeden Ultra-Auflauf stellten.

Frösteln in Moskau

Der Zusammenstoß zwischen Nikita Chruschtschow und dem italienischen Staatspräsidenten hat dem Staatsbesuch Gronchis in der Sowjetunion den Stempel der Peinlichkeit aufgedrückt.

Baden-Württemberg: Der Reaktor läßt auf sich warten

Als 1956 im Sommer die Kernreaktor- Bau- und Betriebs-Gesellschaft Karlsruhe gegründet wurde, rechnete man damit, daß der von dieser Gesellschaft zu entwickelnde Uranbrenner spätestens im Herbst 1959 in Betrieb genommen werden könnte.

Spruch über Bellwinkel

Das ist ein Justizirrtum ... Die Richter können das... nicht verantworten. Das ist Wahnsinn...“ Das waren die letzten Worte des ehemaligen Oberbaurats Ludwig Bellwinkel an die Zuschauer und die Presse.

Spritzenhausgesetz, 2. Auflage

Im vorigen Jahr ist das Feuerwehrgesetz von Baden-Württemberg für verfassungswidrig erklärt worden. Jetzt hat der Landtag ein neues Feuerwehrgesetz verabschiedet, das sich vom alten kaum unterscheidet.

„Passat“ auf dem Altenteil

Seit Jahrhunderten besitzt die Hansestadt Lübeck zum erstenmal wieder ein seegehendes Schiff: die Viermastbark „Passat“. Zu einem Vorzugspreis von 315 000 Mark – das ist weniger als der Schrottwert des mit 3100 BRT vermessenen stählernen Schiffsrumpfs – hat die Stadt das Schiff gekauft.

Feuerteufel in Handschellen

Durch die Brandruinen in Lüneburg zieht in diesen Tagen ein eigenartiges Paar mit einem ebenso auffallenden Troß – ein Kriminalpolizist, der einen frisch und intelligent aussehenden jungen Mann mit einem Kettchen an sich gefesselt hat, und hinter ihnen eine Gruppe von Beamten und Brandsachverständigen, denen der Gefesselte mit hochmütigen Gesten Erklärungen gibt.

Verbotene Autowäsche

Ein 73 Jahre alter Kaufmann hatte in einem Waldstück, das durch Schilder als „Quellengebiet“ gekennzeichnet war, seinen Wagen gewaschen.

Nordrhein-Westfalen: Die Picasso-Matratze in Köln

Einfach süß ...“ sagte die Dame und meinte denKlubsessel mit dem Blümchen-Muster. Man sah zwar wieder Blümchen auf der Internationalen Möbelmesse 1960 in Köln: auf Sessel, Garderoben, Sofas, Wohnküchen und Matratzen.

Brutus, du schläfst?

Paul Hühnerfeld, ein tapferer, noch recht junger Buchkritiker, dessen Interessen von der Medizin bis Heidegger reichen, liebenswürdig, untadelig, vergleicht mich auf Grund meines Artikels „Die deutschen Autoren“ (Die Kultur, I, 1960) mit Kurt Tucholsky und scheut sich, Hermann Kesten einen Denunzianten zu nennen“ (Die ZEIT, 5.

Soll man das drucken?

Schon hören wir die Stimmen der wohlmeinenden Kritiker von links und von rechts: Das hätten Sie aber wirklich nicht abdrucken sollen.

Drei Fragen warten auf Antwort

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Das Bild

Unmittelbarer Anlaß zu dieser Glosse ist die folgende kurze Meldung, die in der ZEIT vom 29. Januar veröffentlicht wurde: Carl Zuckmayer, Verfasser des seit vier Monaten sehr erfolgreichen Romans „Die Fastnachtsbeichte“, zur Zeit an einem Schauspiel „Der betrunkene Herkules“ arbeitend, vor kurzem mit dem Großen österreichischen Staatspreis ausgezeichnet, kann jetzt von seinen Verehrern auch im Bild bewundert werden, vor seiner Schreibmaschine sitzend.

ZEITMOSAIK

Dessen Werk wird Bestand haben, der nicht darauf aus war zu gefallen, und dem nur eines am Herzen lag: wahr zu sein, jenes Wahre zu verkörpern, das mir recht eigentlich die Definition des Schönen zu sein scheint.

Ewige Werte

Der Künstler ist sehr für die Kritik eingenommen, sofern sie ihn durch Lob fördert und die Basis seiner Publizität erweitert; und er ist sehr dagegen, wenn sie etwas an ihm auszusetzen findet.

Wenn Automaten dichten

Wie groß ist der Mensch! Er vermag sein Versagen vor den Aufgaben dieser Erde mit dem Aufbruch zu anderen Schauplätzen angeberisch zu kaschieren; er vermag die lästige Mühe eigener geistiger Arbeit auf Maschinen abzuwälzen – wie er es schon lange mit der körperlichen Arbeit tut; er vermag.

Kesse Kunstzeitschrift

Wenn bereits das Originelle oder Ausgefalleneentschiede – dann hätte die neue deutsche Kunst-Illustrierte „Vernissage“ gewonnen.

Mein Gedicht

„Mein Gedicht“ kann ich nur mit demselben Vorbehalt sagen wie Mein Ich, Meine Welt, Mein Gott; denn ich bin Polytheist. Doch unterscheidet sich dies „mein Gedicht“ von jedem andern auffallend: ich kann es nicht laut lesen.

Viel Schuld – wenig Sühne

Der Vorwurf, der uns Deutschen heute oft gemacht wird – wir hätten unsere schreckliche Vergangenheit zu schnell verdrängt und vergessen –, trifft zum Teil wohl auch für die deutsche Literatur zu.

Zwischen Fontane und der Schockliteratur

Dieser Roman ist diskret und der feingestuften menschlichen Regungen kundig, gehört also einer anderen Literatur an als die Werke der Schock-Literatur mit ihren Ekelsphären und bereits beim billigen Jakob erstandenen Geworfenheiten.

Die Bürde der Erinnerungen

Vor dreiundzwanzig Jahren veröffentlichte Hermann Stahl seinen ersten Roman („Traum der Erde“), der ihm den Immermann-Preis der Stadt Düsseldorf eintrug.

Schneller nach Marokko

Marokko, dieses schöne Land, das immer mehr Touristen entdecken, rückt uns näher. Die Flugzeit von einem deutschen Flughafen nach Casablanca oder Rabat betrug schon bisher nur 5 bis 6 Stunden, doch saß der Fluggast durch den Umweg zum Beispiel über Paris länger auf den Zwischenstationen fest, als er in der Luft war.

Barrikaden wider die Edelweißräuber

Die Sorge um die Erhaltung der Landschaft und um den Schutz der Natur war lange eine Angelegenheit von Wandervögeln und sonstigen Romantikern; aufgeklärte „Menschen unserer Zeit“ belächelten diese Bemühungen, der allmählichen Verwandlung der Erde in ein einziges riesiges Fabrikgelände entgegenzuwirken, als sentimentalen Atavismus.

Kalte Füße in Wall Street

Entgegen den optimistischen Voraussagen zum Jahresanfang und in auffälligem Widerspruch zu vielen Betrachtungen in der amerikanischen Öffentlichkeit über die bevorstehenden „goldenen sechziger Jahre“, begannen die Aktienkurse in Wall Street schon wenige Tage nach Neujahr nach unten abzurutschen.

Was kann überhaupt Schlimmes passieren?

Kein anderer Passus des Messing-Gutachtens ist so häufig zitiert worden wie der Satz: ‚Schlimm ist nicht so sehr, was passiert ist – schlimm ist vielmehr das, was passieren wird, wenn man diesen Gefahren nicht entgegentritt.

ZEIT-RAFFER

Der Geldwert wird sich in diesem Jahr wahrscheinlich verschlechtern, erklärte das stellvertretende Vorstandsmitglied des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Dr.

Wer am meisten schenkt

Die Finanzminister der sechs EWG-Staaten haben in Paris eine Aussprache über die Konjunkturentwicklung, die Entwicklungshilfe und die Harmonisierung der Steuerpolitik gehabt.

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