Niemand kann den aus den Ostgebieten vertriebenen Deutschen zur Zeit einen gangbaren Weg zurück in ihre Heimat weisen. Jeder aber kann ihnen sagen, auf welchem Weg sie nie corthin gelangen werden: Es ist der Weg der Gewalt.

Baron Manteuffel-Szoege allerdings sprach das alte böse Wort von den „Verzichtpolitikern“ und sagte ferner auf der Delegiertentagung des Bundes der Vertriebenen, der Rechtsstandpunkt allein nütze nichts: „Es kommt darauf an, Macht zu schaffen. Wir müssen möglichst stark sein und unseren Gegnern unbequem werden.“ Und er setzte hinzu: „Wer sich gegen uns wendet, treibt keine gesamtdeutsche Politik.“

Was half es da, wenn der maßvolle Präsident des machtvollen Zwei-Millionen-Bundes, der CDU-Bundestagsabgeordnete und präsumtive Oberlinder-Nachfolger Krüger, seinen Kollegen Manteuffel-Szoege einen „Einzelgänger“ nannte und nichts von machtpolitischen Tendenzen seines Verbandes wissen möchte? Dem Delegierten Gille galt der Beifall, als er den Gedanken, die Wiedervereinigung mit der Zone sei vielleicht durch eine Anerkennung der Oder-Neiße-Linie zu erreichen, mit der Drohung verwarf: „In dieser Frage ist mit uns nicht zu schachern und zu handeln. Wir sind bereit, die letzten uns gegebenen legalen Mittel dafür einzusetzen.“ Immerhin: „legale Mittel“... Aber der Vorsitzende der Vereinigten Landsmannschaften Mitteldeutschlands, Eggert, möchte mit einigen Kollegen den Vertriebenenbund in einen politischen Kampfverband umgewandelt wissen.

„Macht“ ... „letzte Mittel“ ... „Kampfverband“ – sollte das etwa auf gut „gesamtdeutsch“: militärische Rückeroberung heißen? Schon diese Frage wird uns – dessen sind wir sicher! – in das Dossier „törichter Äußerungen“ jener „ganzen Figuren“ bringen, das Gille anlegen möchte. In jedem Falle aber tut der streitbare Ostpreuße gut daran, die letzte Bonner Note an den Kreml zu studieren und zu seiner Meinung zu machen. Darin heißt es nämlich, das deutsche Volk habe „nichts anderes im Sinn, als in Zusammenarbeit und Freundschaft mit allen Nationen – auch mit den Völkern der Sowjetunion – mitzuwirken an der Gestaltung und Förderung des Weltfriedens.“

Sind denn alle, die auf „Macht“, auf „letzte Mittel“ und „Kampf“ verzichten, Verzichtpolitiker? Die so denken, brauchen sich nicht zu wundern, wenn man sie selber „Katastrophenpolitiker“ nennt. Va.