A. d. F., Rom, Mitte April

Der 8. April war für die Demokratie in Italien ein schwarzer Freitag: Die stärkste Partei, die Democrazia Cristiana,scheute sich nicht, die Hilfe der Neofaschisten anzunehmen, um weiterregieren zu können. Für Ministerpräsident Tambroni war es indes ein Pyrrhus-Sieg. Drei Minister und drei Staatssekretäre traten zurück, sechs weitere Minister hatten mit ihrem Rücktritt gedroht. Sie wollten nicht einer Regierung angehören, die sich auf die Nachbeter der faschistischen Ideologie stützt. Am Montag brach das Kabinett auseinander: Tambroni bot seinen Rücktritt an.

Der italienische Parlamentarismus scheint auf den tiefsten Punkt gesunken. Schlimmer als die neue Regierungskrise wäre die Verlängerung des gegenwärtigen Zustandes gewesen. Tambroni hatte es geschafft, eine oppositionelle Einheitsfront von den Monarchisten bis zu den Kommunisten zu schaffen.