Die Hannoversche Landeskreditanstalt und die Niedersächsische Wohnungskreditanstalt – Stadtschaft – die durch eine gemeinsame Direktion verbunden sind, legten jetzt ihren Bericht für 1959 vor. Beide Banken haben die günstigen Verhältnisse auf dem Kapitalmarkt ausgenutzt. Die langfristigen Ausleihungen konnten um 272 Mill. DM auf etwa 1 Mrd. DM erhöht werden. Besonders bemerkenswert ist dabei, daß sich dieser Betrag auf eine für das langfristige Geschäft ungewöhnlich große Zahl von Einzeldarlehen verteilt; nämlich auf rd. 75 000 Stück.

Bei der Hannoverschen Landeskreditanstalt, dem Realkreditinstitut für die hannoversche Landwirtschaft, stieg der Absatz von 51 Mill. DM (1958) Inhaberschuldverschreibungen auf 95,6 Mill. DM. Die Neuausleihungen aus Kapitalmarktmitteln erreichten die Höhe des Bruttoabsatzes. Daneben wurden Mittel aus öffentlichen Fonds im Betrage von rd. 77 Mill. DM ausgeliehen (vorwiegend für landwirtschaftliche Siedlung), so daß die Gesamtausleihungen über 170 Mill. DM stiegen, die sich auf fast 9000 neue Einzelkredite verteilen.

Unter den Verwendungszwecken der landwirtschaftlichen Hypotheken aus Kapitalmarktmitteln (73,6 Mill. DM) dominiert – wie in den Vorjahren – der Aus- und Umbau bestehender Gehöfte (40,3 Mill. DM). Die viel besprochene Aussiedlung im außerbehördlichen Verfahren ging dagegen stark zurück.

Zahlungsfähigkeit und Kreditmoral der ganz überwiegend bäuerlichen Betriebe werden gut beurteilt; die Zinsrückstände blieben insgesamt gesehen gering und bieten keine Risiken. Die Bank findet anerkennende Worte für die Fähigkeit ihrer Kreditnehmer, mit dem Engpaß der Dürreschäden 1959 fertig zu werden. In solchen Beobachtungen bestätigt sich die moderne Erkenntnis, daß der Wirtschaftserfolg entscheidend von der Qualität des Betriebsleiters abhängt. Daneben aber hat sich, wie die Bank hinzufügt, im Dürresommer 1959 der Produktionsfaktor „Boden“ sehr nachdrücklich in Erinnerung gebracht. Die Bank sieht darin einen Beweis für die Richtigkeit ihrer konservativ-vorsichtigen Methode bei der Bewertung der Pfandbriefdeckung.

Die Bilanzsumme stieg auf 563 (414) Mill. DM. An dem Anstieg des Volumens ist der Siedlungskredit mit rd. 67 Mill. DM durchlaufender Mittel nicht unerheblich beteiligt. Für die Zukunft rechnet die Anstalt mit weiterem Steigen des Kreditvolumens wie auch mit nachhaltigen Erträgen.

Bei der Niedersächsischen Wohnungskreditanstalt, dem Realkreditinstitut für den städtischen Hausbesitz, überschritt der in Bearbeitung befindliche Bestand an Hypothekenzusagen erstmalig die 100-Millionen-Grenze, da die ohnehin schon große Nachfrage nach Hypothekendarlehen sich noch verstärkte, als im Laufe des ersten Halbjahres offensichtlich wurde, daß mit einer weiteren Senkung des Zinssatzes auf 4 1/2 v. H. nicht gerechnet werden konnte. Die Bilanzsumme erreichte 526 (445 Mill. DM). Der Darlehnsbestand von 490 Mill. DM verteilt sich auf rd. 33 000 Darlehnskonten. – x.