Da die Nutzung der Kernenergie etwa erst in – zehn Jahren wirtschaftlich interessant zu werden verspricht, glaubt die Bayernwerk AG, München (deren Grundkapital zu 60 v. H. dem Freistaat Bayern und zu 40 v. H. der bundeseigenen VIAG gehört), mit ihrer Beteiligung am 15-MW-Versuchsatomkraftwerk Kahl vorerst den richtigen Weg gegangen zu sein. Wie Vorstandsvorsitzer Dr. Leonhard Wolf erklärte, will die Gesellschaft nicht nur die Stromerzeugung aus der Oberpfälzer Braunkohle vorantreiben, sondern auch ein Großkraftwerk von mindestens 200 MW auf Ölbasis errichten, wenn in Bayern die erste Raffinerie in Betrieb ist. Das Bayernwerk beziffert die Wärmekosten von Strom aus Öl, gemessen am heutigen loco-Hamburg-Rohölpreis – wobei das Entschwefelungs-Problem noch zu berücksichtigen wäre – auf nur 60 v. H. des Aufwandes für Strom aus Ruhrkohle. Die Bedeutung der bayerischen Erdgasvorkommen für die Energiegewinnung lasse sich erst nach Abschluß der Bodenuntersuchungen beurteilen. Jedenfalls, so meinte Wolf, werde der Konkurrenzpreis des Öls und des Erdgases für den Bergbau in Zukunft ausschlaggebend sein.

Der Abschluß der Gesellschaft, die fast 45 v. H. der Stromversorgung Bayerns bestreitet, ist für 1958/59 (30.9.) günstig, obwohl die Erträge aus dem Stromverkauf um 1,9 v. H. auf 241,7 (246,5) Mill. DM zurückgegangen sind. Mit 8 (6) v. H. wird die bisher höchste Dividende seit Bestehen des Unternehmens gezahlt. Zugleich ist damit der Höchstsatzerreicht, den die Gesellschaft bei Inanspruchnahme steuerlicher Begünstigung von Wasserkraft werken ausschütten kann Die eigene Stromerzeugung wurde um 7,2 (1,6) v. H. auf 2852 Mill. kWh gesteigert, während sich der Strombezug abermals um 8,7 v. H. verringerte. Von der Eisenerzeugung fielen 57 v. H. auf Dampfkraft und 43 v. H. auf Wasserkraft. Im laufenden Geschäftsjahr stieg der Stromverbrauch im Winterhalbjahr 1959/60 aus dem bayerischen öffentlichen Netz um 17,6 (2,6) v. H.

Die 42,5 (44,2) Mill. DM Investitionen werden durch 47,3 (45) Mill. DM Anlagewertberichtigungen und Abschreibungen überdeckt. Im Mittelpunkt der Investitionen stand der Ausbau des Dampfkraftwerkes Schwandorf (Basis: Oberpfälzische Braunkohle), das im September 300 000 kW installierte Leistung erreichte. Den Rücklagen wurden 13,8 Mill. DM zur Ablösung der LAG-Vermögensabgabe entnommen. t. r.