Ein Teil der Bausparer hat resigniert. Das „Traumhaus“ ist in weite Ferne gerückt. Vornehmlich aus zwei Gründen. Einmal ist es in den großen Städten heute schwer, wenn nicht unmöglich, einen Bauplatz zu erträglichen Preisen zu bekommen, zum anderen haben die Baukosten eine Höhe erreicht, der die meisten Träume zwangsläufig zum Opfer fallen müssen. Das haben auch die Bausparkassen zu spüren bekommen, denn das Neugeschäft hat sich im Jahre 1959 zwar im allgemeinen auf dem hohen Niveau gehalten, aber die Nachfrage nach Bausparverträgen wächst nicht mehr wie früher, obwohl die Sehnsucht nach dem Eigenheim (das stellen die Meinungsforscher immer wieder fest) keineswegs geringer geworden ist. Und noch eines dämpft die Baulust. Selbst wenn Bauplatz und Geld vorhanden sind, findet sich noch längst nicht jemand, der den Bau ausführt. Handwerker sind knapp. Und daraus ergeben sich manche Probleme, die das Bauen verleiden. Infolgedessen wird der „frei“ Bauende weniger.

Das hat die Bausparkassen zwangsläufig auf neue Pfade gebracht. Die meisten dieser Institutionen schufen Einrichtungen, die sich mit der Baulandbeschaffung und außerdem mit dem Hausbau selbst befassen. Die öffentliche Bausparkasse Hamburg berichtete in diesen Tagen über ihren neuen Tätigkeitszweig, der recht erfreuliche Erfolge aufzuweisen hat. Sie betreibt den „Vorratsbau“, d. h. sie errichtet in Gemeinschaftserschließung Häuser (natürlich, um billig zu bleiben, mit gewissen Normen) und bietet sie nach Fertigstellung den Interessenten an. Also kein Ärger mit Behörden, Maklern, Architekten und Handwerkern. Außerdem kennt dann der Käufer den Endpreis und weiß, wie sein Haus finanziert werden wird. Die Nachfrage nach Fertighäusern (in Reihen oder im Bungalow-Stil) übersteigt bei weitem das Angebot. Im übrigen bemüht sich die öffentliche Bausparkasse Hamburg darum, ihren Bausparern in Zukunft auch baureife Grundstücke zur individuellen Bebauung anbieten zu können. In dieser Beziehung ist also manches im Werden. Zum Teil kann man auf die Erfahrungen anderer Bausparkassen zurückgreifen.

Im übrigen konnte die öffentliche Bausparkasse Hamburg im Geschäftsjahr 1959 ihre Ertragslage weiter verbessern. Dazu trugen vor allem das starke Anwachsen des Darlehnsbestandes als Folge der zügigen Inanspruchnahme der zugeteilten Vertragssummen und der Ausweitung des Zwischenkreditgeschäfts sowie die vermehrte Anlage flüssiger Mittel in Wertpapieren bei.

1959 wurden 10 959 (14 919) Verträge mit einer Vertragssumme von 159,57 Mill. DM (188,13) neu abgeschlossen. Damit beläuft sich zum Jahresende der Gesamtvertragsbestand auf 54 163 (46 138) Verträge mit einer Vertragssumme von 159,57 Mill. DM (183,13) neu abgeschlosbemerken, daß sich der Geschäftsbereich der öffentlichen Bausparkasse Hamburg nur auf das Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg erstreckt.

Die öffentliche Bausparkasse Hamburg weist nach Deckung der Betriebsausgaben, nach Vornahme der erforderlichen Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen sowie nach Zuführung von 100 000 DM zur gesetzlichen Rücklage einen Reingewinn von 400 000 DM aus. Hierbei erfolgt eine Verzinsung des Kapitals zum zugelassenen Höchstsatz von 5 v. H. 350 000 DM werden den freien Rücklagen zugeführt. K. W.