Wo verdient man am meisten?

Ich verfüge über etwa 1000 DM, die zur Finanzierung meines Studiums dienen sollen. Das Geld wird in etwa zwei Jahren benötigt. Bis dahin möchte ich, daß es sich recht schön vermehrt. Aber es darf natürlich kein Risiko dabei sein, denn das Geld brauche ich später unbedingt. Wo soll ich die 1000 DM anlegen?

W. P., Bonn

Antwort: Ein Rezept, das Ihre Wünsche hundertprozentig erfüllt, vermögen wir Ihnen nicht zu nennen. Wer kein Risiko eingehen kann und darf, muß sich nun einmal mit bescheidenen Verdienstmargen zufriedengeben. Das gilt nicht nur für den Sparer, sondern überall in der Wirtschaft. Der Erwerb von Aktien für einen derart kurzen Zeitraum scheidet aus, denn niemand wird Ihnen einen Garantieschein darüber geben, daß die Kurse nach 24 Monaten gestiegen sind (oder sich wenigstens nicht verschlechtert haben). Ereignisse, die heute nicht voraussehbar sind, können gerade dann, wenn Sie Ihr Geld brauchen, einen Kursdruck bei den Aktien hervorgerufen haben. Veräußern Sie dann Ihre Papiere und Sie erleiden einen Verlust von beispielsweise 10 bis 20 v. H., so sind Sie enttäuscht. Die Folge wird sein, daß Sie sich nicht selbst die Schuld an dieser Einbuße geben (weil Sie es von vornherein falsch gemacht haben), sondern daß Sie sagen werden: Die Börse hat mich um mein Geld gebracht, Hände weg von dieser „schlimmen“ Einrichtung. – Aus ähnlichen Erwägungen sollten Sie auf den Erwerb von Investment-Zertifikaten verzichten. Diese sind etwas für Daueranleger.

Also mit der Aktien-Spekulation ist es in Ihrem Falle nichts. Aber auch die festverzinslichen Papiere sind bei Ihnen nicht das Richtige. Sie können dort zwar auf eine Effektiv-Rendite von 6,3 v. H. kommen, wenn Sie das richtige Papier kaufen, aber wir bezweifeln, daß dies unter Berücksichtigung der entstehenden Spesen sinnvoll ist. Denn auch hier entgehen Sie dem Kursrisiko nicht. Es ist allerdings geringer. Legen Sie besser Ihr Geld auf ein Sparbuch, und zwar mit einjähriger Kündigungsfrist. Dann bekommen Sie 4 1/2 v. H. Zinsen jährlich. Damit stehen Sie sich (auch unter Berücksichtigung der Spesen) etwas schlechter als bei den Rentenwerten, aber die geringe Zinsdifferenz rechtfertigt nicht das Aufsichnehmen des Kursrisikos.

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Der Aufsichtsrat der Dortmunder Union-Brauerei AG hat beschlossen, die Hauptversammlung (25. Mai 1960) den Aktionären für das Geschäftsjahr 1959 die Ausschüttung einer Dividende von 17 v. H. vorzuschlagen. Im letzten Geschäftsjahr wurde das Grundkapital der Gesellschaft um 7,5 auf 30 Mill DM erhöht. Die jungen Aktien sind ab 1. 7. 1959 dividendenberechtigt. Nach Mitteilung der Gesellschaft konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Ausstoßzuwachs von 200 000 hl erzielt werden. Das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres zeigte eine zufriedenstellende Entwicklung.