DIE ZEIT

Wenn fern in der Türkei...

Was soll ich Recht studieren, wenn doch nur das Unrecht regiert“, keucht der 23jährige Jurastudent Ihsan K. Wir waren mit mehr als tausend Studenten den Atatürk Bulvari hinaufgetrieben worden, gejagt von türkischen Soldaten, denen ihr General Fahrt Odzilek in seinem 15.

Willkommen

Als eine der hervorragendsten deutschen Zeitungen wagt die ZEIT mit der Veröffentlichung ihrer nordamerikanischen Ausgabe einen bedeutungsvollen Schritt, den viele Deutsche in den USA und Kanada wie auch eine große Zahl von Amerikanern mit Freude begrüßen werden.

Kein Blatt vorm Mund

Dem Verlag und der Redaktion der ZEIT sende ich meine Glückwünsche und einen aufrichtigen Willkommensgruß zur neuen USA-Ausgabe.

DIE ZEIT in Amerika

Diese Nummer der ZEIT ist die erste Ausgabe, die von unserem Druckort Toronto aus direkt nach den USA geliefert wird. Prof. Dr.

Kanzlerpartei 1960

Wie ist die Position der CDU/CSU heute – sechzehn Monate vor der Bundestagswahl? Der Karlsruher Parteitag beleuchtete die unterschiedlichen Strömungen, das Kräfteverhältnis in der Führung der Partei und die allgemeine Stimnung deutlicher, als sie im normalen politischen Betrieb erkennbar werden.

Wird Soustelle der Trommler sein?

Wenn gegenwärtig dem gaullistischen Regime Gefahr droht, dann nur von rechts. Auf der Linken stellt sich ja die KP, wohl auf einen Wink Moskaus, tot.

Hochzeit an der Themse

Die Londoner Hochzeit zwischen Prinzessin Margaret, einer der prominentesten Bräute der Welt, und Mr. Antony Armstrong-Jones, dem ehemaligen Hofphotographen, wird bestrahlt vom allerhellsten Licht der Publicity.

ZEITSPIEGEL

„Als Vater von vier Töchtern habe ich keinen Fernsehapparat. Nicht etwa aus moralischen Erwägungen, zu denen überhaupt kein Anlaß besteht, sondern lediglich aus letzten patriarchalischen Restvorstellungen eines Vaters, der sich um die Wahrung der Einheit seiner Familie bemüht.

Caryl W. Chessman

Am Montag, dem 2. Mai, um 18.02 Uhr, wurde Caryl W. Chessman in die Gaszelle des kalifornischen Zuchthauses San Quentin geführt; um 18.

Commonwealth am Scheideweg

Die Commonwealth-Konferenz in London begann in gedämpfter Krisenstimmung. Die Ereignisse in Südafrika haben das Commonwealth – so sagen manche Kommentatoren – vor die schwierigste Entscheidung gestellt, die es je zu treffen hatte.

Galgenfrist für die Handwerker

Nachdem in der Sowjetzone die Phrasen, Losungen und Verpflichtungen zum 1. Mai, dem „Kampftag aller Werktätigen“ abgewischt sind, geht es weiter im Alltag der „Entwicklung des Sozialismus“.

Nigeria: Land ohne Märtyrer

Als der Ministerpräsident Nigerias Sir Abubaker Tapwa Balewa vor ein paar Tagen im Parlament in Lagos verkündete, daß die Armee vergrößert werde und erwogen würde, vielleicht sogar eine Luftwaffe auszubauen, erhielt er stürmischen Beifall.

Oberländer-Finale

Fast gleichzeitig kommt sowohl in Bonn wie in Ostberlin der Fall Oberländer zum Abschluß. Als Bundesminister tritt der umstrittene Professor in der Bundeshauptstadt zurück; als Angeklagter eines Schauprozesses wird er in der „DDR“-Hauptstadt zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt.

Die Sache mit der Bundesliste

Bundeskanzler Adenauer hat auf dem Parteitag, den die CDU in Karlsruhe abhielt, vorgeschlagen, die Zahl der Abgeordneten des Bundestages zu erhöhen.

Plus-minus-null

Zu den Angewohnheiten, wenn nicht Untugenden des Bürgers gehört es, gelegentlich über die Aufblähung der Bürokratie zu schimpfen; zu seinen Tugenden, trotz allem gläubig auf die Verwaltungsvereinfachung zu warten.

Seemanns-Gruß

„Heil Hitler“ rief der Seemann und betrat freundlich lächelnd eine Wirtschaft am Hamburger Hafen. Er hielt das für den deutschen Gruß und rief, da ja Betrunkene sich gern wiederholen, noch öfter Heil Hitler.

Hamburg: Wann gilt bei uns das Gesetz der Zone?

Der Sowjetzonenflüchtling Hugo Gühlsdorf, der seit zwei Jahren in einer Notunterkunft bei Bielefeld lebt, statt seinen Lebensabend geruhsam in Schwerin zu verbringen, mußte eine überraschende Feststellung machen: Nach Ansicht der Bundespost geschieht es den Mitteldeutschen, die gegen die Währungsbestimmungen der Zone verstoßen, durchaus recht, wenn sie zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt werden.

Bayern: Blaskapelle kontra „Jedermann“

Oberbürgermeister Dr. Stephan Billinger, ein sparsamer Stadtvater, der seit Jahren nicht einmal seine städtische Aufwandsentschädigung ausnutzt, könnte sich jetzt schadenfroh die Hände reiben.

Der glückliche Anarchist

Seit einem kurzen Besuch im Jahre 1928 war Henry Miller in der vergangenen Woche zum erstenmal wieder in Deutschland. Damals war er gerade seiner amerikanischen Heimat entflohen, vagabundierte in Europa herum – heute sieht er auf eine stattliche Reihe von Romanen, Essays und Reisebüchern zurück, er hat nicht nur ein großes, sondern auch ein loyales Publikum (denn er gehört zu jenen Schriftstellern, die man nicht „goutiert“, sondern liebt, wenn man überhaupt etwas mit ihnen anzufangen weiß).

Wer macht Wissenschaft begreifbar?

Es ist eine schöne, zunächst sogar einleuchtende, freilich, recht besehen, auch tieftraurige Geschichte. Sie geht so: Die hochspezialisierten Wissenschaften von heute entwickeln eine eigene Sprache, in der sich jeweils zwanzig Wissende oder ein paar mehr – oder ein paar weniger, die über alle Länder der Erde verstreut sind, unterhalten können.

Der Rundfunk-Kaiser

Wer am 5. Mai vormittags um zehn am Radio auf die „Welle der Freude“ lauscht, darf in der Sendung „Zum Mitsummen“ – so entnehmen wir es der Programm-Zeitschrift – zwischen Liedern wie „Das ist die Liebe der Matrosen“ und „La Golondrina“ einen besonderen Genuß erwarten: den nämlichen Gesang „Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wieder haben“.

Deutschland, deine Kernchen...

Hildegard Kern heißt in Wirklichkeit Ingeborg Bern. „Der Name Kern prägt sich besser ein“, sagte sie mir im Laufe unseres mehrtägigen Gespräches, „wenn man in der Öffentlichkeit steht, ist das wichtig.

ZEITMOSAIK.

In einem Lehrbuch für den Deutschunterricht („Mein Sprachbuch“, Ausgabe A für Stadtschulen, Heft 2 für das 3. und 4. Schuljahr, Seite 66, Hermann Schroedel Verlag, Berlin) lesen wir den vorbildlichen Satz: „Er (der Kohlenlastzug) kam wohl geradewegs aus dem Ruhrgebiet und war mit Kohlen hochbeladen.

Jochums Nachfolger

Die durch Eugen Jochums Rücktritt vakant gewordene Stelle des führenden Dirigenten beim Bayerischen Rundfunk wird vom 1. November 1961 an Rafael Kubelik einnehmen.

Der Dirigent ist sein Orchester

Frei heraus gesagt: Hans Schmidt-Isserstedt ist einer der wenigen ganz großen Dirigenten unserer Zeit. Aber was verführt mich zu diesem „Frei heraus gesagt“? Als ob es Musiker gäbe, die dies nicht wüßten! Es ist wohl die Vermutung, daß viele aus dem Publikum es nicht wissen .

Jean-Paul Sartre in München

Im Münchener Residenztheater versuchte Werner Düggelin mit Erfolg, zu zeigen, was aus den Wilhelm-Tell-Stoff hätte werden können, wenn er nicht einem Dichter, sondern einem gewöhnlichen Stücke-Zuschneider in die Hände gefallen wäre.

Friedrich Schiller:: Die Teilung der Erde

Für mich ist nicht dieses oder jenes Lieblingsgedicht wichtig, sondern die latente Gegenwart des Gedichts überhaupt. Das Bewußtsein, daß es Lyrik gibt, diese äußerste und reinste Möglichkeit der Sprache, begleitet mich unausgesetzt.

Friedrich Rasche:: Schreibe!

Dr. Friedrich Rasche, Feuilleton-Chef und Stellvertretender Chefredakteur der Hannoverschen Presse, den Lesern in den vergangenen Jahren auch durch Erzählungen bekanntgeworden, wird am 7.

Wolfgang Müller †

Wolfgang Müller war auch privat wirklich komisch. Noch vor ein paar Wochen bin ich mit ihm zusammen geflogen. Nicht mit einer Piper-Sportmaschine wie der, deren Absturz ihm am 26.

Wasser auf die Mühlen der Festspiel-Feinde

Die gar nicht wenigen Skeptiker, die nicht davon zu überzeugen sind, daß die modische Festspielwelle etwas mit „kulturellen“ Beweggründen, wirklichen künstlerischen Bedürfnissen oder geistigen Impulsen zu tun habe, können das Arsenal ihrer Argumente um einen ergiebiger Mißtrauensanlaß bereichern.

Die Planwirtschaft der Seele

Wer sich vor Phrasen nicht fürchtet, mag getrost von einem Markstein sprechen: Ernest Jones, der letzte Überlebende – er starb erst 1958 – jenes Sechs-Männer-Komitees, das etwa von 1913 an als eine Art geistiger Leibwache über die Linientreue der Schüler Freuds, über die Reinheit der Lehre wachte, legt eine Biographie seines Meisters vor.

Radieschen groß wie Palmen

Im Jahre 2007 würde die hier folgende Rezension vielleicht so entstehen. Der Autor würde sich vor ein schreibmaschinengroßes Gerät setzen, auf dem sich jedoch nur sieben Tasten befinden.

Russe mit akzentfreiem Deutsch

Der Stil der Übertragung von Karl-Eugen Wädekin ist ausgezeichnet. Ist es auch der Stil des russischen Originals? Vielleicht – denn Chochlow wollte unter anderem Schriftsteller werden.

Photographie und Geschichte

Bilder aus der Frühzeit der Photographie haben schon lange das Interesse auf sich gezogen, in der Schweiz hat man sie gesammelt, und die Amerikaner haben die besondere Art ihrer historischen Neugier in der Sammlung früher Photographien betätigt, die ein Hauptkapitel ihrer Geschichte, den Bürgerkrieg in den sechziger Jahren, illustrieren.

Wo der Whisky fließt

Schottland pflegt man durch die Brille der Briten zu sehen: ein wildes Hügelland voller dickköpfiger Britenhasser, Whiskyschmuggler oder Querköpfe, das sich durch die Entsendung der Stuarts auf Englands Thron nur zeitweise für Schmach und Schande dauernder Grenzüberfälle rächen konnte.

Zehnjähriges Fluidum

Diesmal haben die Optimisten recht behalten: Hannover hat mit der jetzt laufenden Technischen Messe endlich jenes Messe-Fluidum bekommen, das immer noch vermißt worden war, das auch beim ersten Teil der diesjährigen Deutschen Industriemesse, der Allgemeinen Messe, nur in ganz bescheidener Dosierung festgestellt werden konnte.

Währungsreserven der OEEC-Länder größer als die der USA

Der Europäische Wirtschaftsrat in Paris (OEEG) hat es in seinem 11. Jahresbericht unternommen, seiner gegenwärtig in Planung begriffenen Nachfolge-Organisation die Aufgaben vorzuzeichden, die sie in den nächsten Jahren zu verwirklichen haben wird.

Urlaub ist eine soziale Pflicht

Der Urlaub ist heute ein soziales Grundrecht, auf das jeder Bürger einen Anspruch hat. Aber gerade weil es sich hierbei um ein Recht handelt, ist es auch mit erheblichen Pflichten verbunden.

Keine Ehe mit dem Phoenix

Die August Thyssen-Hütte AG hat ihren bei der Hohen Behörde in Luxemburg gestellten Antrag auf Übernahme der Aktienmehrheit der Phoenix-Rheinrohr AG zurückgezogen.

ZEIT-RAFFER

Das Welthandelszentrum in Rom wird am 21. Mai seine Tätigkeit aufnehmen. Neben anderen Ländern werden sich auch die skandinavischen Staaten und die Schweiz (Mitglieder der EFTA) mit einem größeren Angebot beteiligen, und zwar vor allem die Möbel- bzw.

Das Publikum kauft wieder Spitzenwerte!

In das Aktiengeschäft ist seit einigen Tagen wieder Leben gekommen. Das Publikum, ermuntert durch die Auszahlungen prächtiger Dividenden (die weniger guten kommen erfahrungsgemäß erst in einigen Monaten), findet mehr Geschmack am Aktiensparen als noch vor einigen Monaten.

Holding mit weltweiten Interessen

Die zur Bubiag-Gruppe gehörende Elektrische Licht- und Kraftanlagen AG, Köln, hat 1958/59 (30.6.) nach längerer Unterbrechung einen erheblichen Teil der zur Wiederanlage bestimmten Mittel in echte Beteiligungen umgetauscht.

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