DK-Hamburg

„Heil Hitler“ rief der Seemann und betrat freundlich lächelnd eine Wirtschaft am Hamburger Hafen. Er hielt das für den deutschen Gruß und rief, da ja Betrunkene sich gern wiederholen, noch öfter Heil Hitler. Erstaunt nahm er zur Kenntnis, daß seine Begrüßung anderen Gästen mißfiel. Er wußte nicht warum. Er war ein Seemann aus Angola und Portugiese von Nationalität.

Mit einem Peterwagen wurde Antonio aus Angola, zweiunddreißig Jahre alt, zur Wache gebracht. Aber auch dort verstand er nicht besser Deutsch. So wurde ein Dolmetscher geholt.

„Sie sollen im Lokal ‚Rattenkeller‘ wiederholt Heil Hitler gerufen haben“, sagte der Dolmetscher.

Antonio gab das zu.

„Warum haben Sie das getan?“

„So haben sich deutsche Seeleute, mit denen ich auf Schiffen zusammenarbeitete, oftmals begrüßt“, erklärte er.