Das Geschäftsjahr 1959 hat nach Umsatz und Ertrag das beste Ergebnis seit Bestehen unserer Gesellschaft erbracht – heißt es im ersten Satz des Berichtes der Cassella Farbwerke Mainkur AG, Frankfurt/Main. Das besagt für dieses Unternehmen mit seiner glänzenden Geschichte viel. Nach der Gewinn- und Verlustrechnung haben sich die Erträge von 35 auf 42,5 Mill. DM erhöht. Natürlich sind auch die Aufwendungen gestiegen, vor allem die Steuern, die rd. zwei Mill. DM mehr ausmachen als im Jahr zuvor. Es bleibt mit 5,58 Mill. DM jedoch ein stattlicher Gewinn, der es der Verwaltung ermöglicht, der Hauptversammlung eine Dividende von 16 (14) v. H. vorzuschlagen.

Die Cassella führt ihr gutes Geschäftsergebnis nicht allein auf eine günstige Konjunktur zurück, sondern sie sieht in ihm auch einen Erfolg der Rationalisierungsmaßnahmen, die seit dem Wiederaufbau nach dem Kriege Jahr für Jahr durchgeführt wurden. 1959 wurden, wie in 1958, 6,5 Mill. DM investiert. Dabei haben sich, weil die entsprechenden Gelder vornehmlich aus verdienten Abschreibungen genommen wurden, die Anlagenwerte kaum verändert. Sie standen Ende 1957 mit 30,7 Mill. DM, Ende 1958 mit 31,9 Mill. DM und bei Schluß des vergangenen Jahres mit 31,8 Mill. DM zu Buche. Lediglich die Beteiligungen zeigen eine Erhöhung um 3,6 Mill. DM; sie geht auf den Erwerb von Aktien der Firma Riedel de Haën AG zurück, an der Cassella maßgeblich beteiligt ist. Von einer Expansion, wie sie bei den großen IG-Nachfolgern zu verzeichnen ist, kann also bei Cassella nicht gesprochen werden. Das braucht kein Fehler zu sein; in der Expansion liegt nicht unbedingt das Heil, zumal bei einem Unternehmen wie Cassella, das heute eigentumsmäßig wieder sehr eng mit den drei großen Farben-Nachfolgern verbunden ist und in ihnen wohl auch einen Rückhalt findet. Rationalisiert und geforscht wird in Mainkur aber nicht weniger als in Ludwigshafen, Hoechst oder Leverkusen.

Das neue Jahr hat sich bisher gut angelassen. Anzeichen für eine Änderung der Geschäftslage sind nicht festzustellen.

W. R.