Die bisher einzige Bank, die Zusatzaktien durch Umwandlung von Rücklagen in Grundkapital ausgeben will, ist die Schleswig-Holsteinische Westbank, Hamburg-Altona, mit einer überwiegend ländlichen Kundschaft und auch einem ländlichen Aktionärskreis, der seine Papiere überwiegend schon seit Jahrzehnten als eine echte Kapitalanlage ansieht. Daß der Aktionär mit seinem Papier in den vergangenen Jahrzehnten gut gefahren ist, rechnet ihm die Verwaltung im Geschäftsbericht vor: Bei einem Kurs von 1000 v. H. für die Aktie am 31. 12. 1959 (inzwischen ist der Kurs auf 1150 v. H. geklettert) errechnet sich unter Berücksichtigung der seit 1924 vorgenommenen Kapitalveränderungen ein Kurswert von 9333 DM, gegenüber einem Kurswert von 860 RM Ende 1924. Soweit von der Kapitalerhöhung 1956 im Verhältnis 4:1 zu pari Gebrauch gemacht wurde, betrug demgemäß der Aktienbesitz nom. 1166 DM, der Kurswert per 31. 12. 1959 rund 11 666 DM. Der Inhaber einer Ursprungsaktie aus dem Jahre 1924 hat von 1924 bis 1943 Dividenden von insgesamt 1810 RM erlöst. Nach der Währungsreform erhielt er ab 1952 bis einschl. 1959 Dividenden von 872,62 DM, dem ein Kapitalaufwand für den Bezug der schon erwähnten jungen Aktien von 233,33 gegenüberstand. Der Aktionär der Schleswig-Holsteinischen Westbank ist also gut gefahren – und nichts spricht gegen die Behauptung, daß es auch in Zukunft so sein wird.

Für 1959 wird eine Dividende von 16 v. H. und ein nicht näher begründeter Bonus von 2 v. H. vorgeschlagen. Außerdem soll das jetzt 5,3 Mill. betragende Grundkapital im Verhältnis 5:3 um 3,18 Mill. auf 8,48 Mill. durch die Ausgabe von Zusatzaktien erhöht werden. Die neuen Aktien sind schon ab 1. Januar 1959 gewinnberechtigt. Infolgedessen beträgt die Dividende für 1959 nicht 18 v. H., sondern in Wirklichkeit 28,8 v. H. Nach der Erhöhung des Grundkapitals werden die Rücklagen immer noch 7,1 Mill. DM ausmachen.

Nun ergibt sich natürlich die Frage nach der Berechtigung des gegenwärtigen Kurses von etwa 1150 v. H. Zerpflückt man ihn, dann kommt man zu folgendem Ergebnis: Nach Abzug der Dividende und nach der Ausgabe von Zusatzaktien. würde der Kurs noch rund 700 v. H. betragen. Ohne Zweifel eine stolze Höhe, die aber – gemessen an der eben dargelegten aktionärsfreundlichen Haltung der Bank – nicht ohne Berechtigung zu sein scheint. – ndt

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Die Dortmunder Ritterbrauerei AG wird der auf den 31. Mai 1960 einzuberufenden Hauptversammlung vorschlagen, das Aktienkapital durch Umwandlung von freien Rücklagen im Verhältnis 1 : 1 auf DM 14,4 Mill. zu erhöhen und auf das berichtigte Kapital eine Dividende von 11 v. H. auszuschütten. Die Geschäftsentwicklung im neuen Jahr läßt auf eine weitere Zunahme des Ausstoßes schließen. Allerdings wird das Ausmaß der Steigerung aufs Gesamtjahr gesehen wesentlich von den Witterungs- und saisonalen Einflüssen abhängig sein, die im Vorjahr den Absatz besonders begünstigten.