Die dem Land Niedersachsen gehörende Braunschweigische Staatsbank hat im Geschäftsjahr 1959 wieder einen großen Schritt auf dem Weg in die vorderste Reihe der Regionalbanken gemacht. Das Grundkapital wurde zum zweitenmal nach der Währungsreform erhöht, diesmal von 10 auf 20 Mill. DM. Diese Erhöhung des Grundkapitals hat die Bank praktisch aus eigenen Mitteln vorgenommen. Das Land Niedersachsen half allerdings durch den Verzicht auf jede Gewinnausschüttung seit der Währungsreform. Bis 1958 wurden die dem Land zustehenden Reingewinne benutzt, um die mit der Kapitalerhöhung von 1951 entstandene Verpflichtung gegenüber der Staatsbank abzudecken. Die Staatsbank hatte seinerzeit die Mittel für die Kapitalerhöhung auf 10 Mill. DM vorgestreckt.

Ähnlich geschah jetzt die Verdoppelung des Eigenkapitals auf 20 Mill. DM: Von den bestehenden Rücklagen wurden 7,7 Mill. DM und vom Jahresgewinn 1959 2,3 Mill. DM auf das Kapitalkonto umgebucht. Damit schrumpften die Rücklagen von 9,5 Mill DM 1958 auf jetzt 3,1 Mill. DM zusammen. Der Reingewinn in Höhe von 2 Mill. DM wird den Rücklagen zugewiesen, so daß das Eigenkapital der Bank heute praktisch 25 Mill. DM beträgt. In knapp zehn Jahren hat also die Braunschweigische Staatsbank rund 22 Mill. DM erwirtschaftet. Ein Ergebnis, mit dem Bankleitung und Bankeigentümerin recht zufrieden sein können. Schließlich sind das im Jahresdurchschnitt über 2 Mill. DM, und bezogen auf das bisherige Grundkapital von 10 Mill. DM etwa 20 Prozent.

Wie Staatsbankpräsident Dr. Nickel mitteilte, will die niedersächsische Landesregierung auch weiterhin auf eine Gewinnausschüttung verzichten, bis das Eigenkapital der Bank auf 24 Mill. DM und die Reserven auf 12 Mill. DM angewachsen sind. Im Geschäftsjahr 1959 erhöhte sich die Bilanzsumme um fast 12 v.H. auf 1,43 Mrd. DM (1951 = 250 Mill. DM). Noch stärker als die Bilanzsumme stiegen die Umsätze, nämlich um 18,5 v.H. auf 27,8 Mrd. DM. Die Barliquidität verbesserte sich gegenüber Ende 1958 leicht von 10,5 auf 10,6 v.H. Die erweiterte Liquidität – errechnet nach dem Richtsatz der Bundesbank–stieg von 37,4 auf 39,5 v. H.

Die Gesamteinlagen der Bank lagen mit 349 Mill. DM um rund 33 Mill. DM unter denen des Vorjahres. Jedoch sind beide Zahlen nur bedingt miteinander vergleichbar, weil die Staatsbank mit dem 1. Januar 1959 das gesamte Spargeschäft der mit ihr organisatorisch verbundenen Landessparkasse übertragen hat. Damit übernahm die Landessparkasse 101 Mill. DM Spareinlagen von der Staatsbank. Die Landessparkasse erzielte 1959 eine Steigerung der Spareinlagen um 22,5 v. H., das ist etwas mehr als der Querschnitt aller Sparkassen in der Bundesrepublik. Im Zonengrenzraum Braunschweig hält also die Tendenz an, daß sich die anfangs hier zurückgebliebenen Spareinlagen immer näher an den Bundesdurchschnitt heranschieben.

Die langfristigen Ausleihungen der Braunschweigischen Staatsbank erhöhten sich 1959 insgesamt um 116 auf 659 Mill. DM. Vom Zuwachs entfallen auf Hypothekendarlehen 62 und auf Kommunaldarlehen 56 Mill. DM. Zusammen mit den Bauspardarlehen der „Öffentlichen Bausparkasse Braunschweig“ (eine Abteilung der Staatsbank) sind damit 1959 von der Staatsbank 101 Mill. DM an Hypothekendarlehen dem Wohnungsbau zugeflossen, 23 v. H. mehr als 1958. Dagegen hat sich der überaus hohe Zugang an neuen Bausparverträgen 1958 im letzten Jahr nicht mehr wiederholt. Während 1958 5711 Verträge mit 75 Mill. DM Vertragssumme abgeschlossen wurden, waren es 1959 nur noch 3294 Verträge mit 45 Mill. DM. K. D.