Es hat in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Leute gegeben, die bei der Hamburger Hochbahn AG‚ Hamburg (die Hansestadt Hamburg ist Großaktionär), eine höhere Dividende als 5 v. H. für möglich halten. Auf der letzten Hauptversammlung hatte Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Max Brauer diese Hoffnungen sogar durch eine unverbindliche Erklärung genährt. Daß solche hochgesteckten Erwartungen jedoch nicht mehr als schöne Illusionen sind, zeigt der Abschluß der Gesellschaft für 1959. Nur die Hälfte der garantierten 5prozentigen Dividende kann aus Gesellschaftsmitteln aufgebracht werden, der Rest kommt aus der Kasse der Hansestadt Hamburg, die auf diese Weise einen Teil der von der Gesellschaft zu zahlenden „Wegebenutzungsabgabe“ wieder herausrücken muß.

Dafür, daß die Stadt für die 5 v. H. Dividende der Aktionäre gerade zu stehen hat, darf die Hamburger Bürgerschaft die Tarifhoheit ausüben, womit dann die Fahrpreise politische Preise werden. Insofern besteht zu der Hamburgische Electricitäts-Werke AG, wo der Staat ebenfalls maßgeblich interessiert ist, eine Parallele. Aber die Situation ist bei beiden Unternehmen dennoch unterschiedlich. Der hamburgische Strombezieher ist auf die HEW angewiesen; er kann nicht ausweichen, Bei der Hamburger Hochbahn (HHA) liegt der Fall anders. Als Konkurrenzunternehmen fährt in Hamburg die S-Bahn (Bundesbahn), außerdem wechseln bei steigenden Fahrpreisen immer mehr Leute auf das eigene Kraftfahrzeug über. Es zeigt sich, daß die fortschreitende Einschränkung des Parkraumes in der Hamburger Innenstadt der Hochbahn noch keine zusätzlichen Einnahmen gebracht hat. Die geringe Einnahmensteigerung aus der Personenbeförderung um 1,1 v. H. belegt dies. Tatsächlich sind die Beförderungsleistungen des Gesamtbetriebes 1959 auf 439 (442) Millionen „Beförderungsfälle“ zurückgegangen.

Die Investitionen zur Erweiterung und Erneurung der Betriebs- und Verkehrsanlagen von rund 21,6 Mill. DM überschreiten das Vorjahr um rund 46 v. H. Die Mittel hierfür wurden durch Selbstfinanzierung aufgebracht. Es ist anzunehmen, daß die Investitionen der kommenden Jahre auf ähnlicher Höhe bleiben werden. Ebenso wird man voraussagen können, daß die Ertragslage vorläufig keine höhere Dividende als 5 v. H. als aktuell erscheinen läßt. Die Hochbahn-Aktie bleibt also ein Rentenpapier mit 5 v. H. garantierter Verzinsung. K. W.