DIE ZEIT

Schwer zu finden

Es ist gar nicht so leicht, einen Nachfolger für Prof. Oberländer als Bundesvertriebenenminister zu finden. Gewiß wäre der CSU-Abgeordnete Schütz, den viele Flüchtlinge gern auf diesem Posten sähen, ein Mann mit guten Voraussetzungen für das Amt.

Burgfrieden in Rom

Die christlich-demokratische Minderheitsregierung Tambroni hat nun auch vom Senat – dank der Hilfe der Neofaschisten – das Vertrauen erhalten.

Peinliche Panne

Was die sowjetrussischen Radargeräte am 1. Mai auf ihren Oszillographen registrierten, war keine fliegende Gans. Es war indes auch keine rote Propaganda-Ente, wie es die ersten amtlichen Kommentare aus Washington der Welt weiszumachen trachten.

Flirt mit Pankow

Die Leser der Sowjetzonenpresse hatten. während der ersten Maiwoche Gelegenheit, alltäglich etwas über die ausgezeichneten Beziehungen zwischen Ostberlin und Belgrad zu erfahren.

Freiheit – nur akademisch

Gegen ein Regime, das sich diktatorisch gebärdet, protestieren die Studenten – in der Türkei. Gegen Verfälschung von Wahlergebnissen und gegen die Polizeiherrschaft protestierten die Studenten – in Korea.

Reformierter Rubel

In der Zeit vom 1. Januar bis 1. April 1961 soll, wie Chruschtschow in seiner Rede vor dem Obersten Sowjet bekanntgegeben hat, eine Währungsreform in der Sowjetunion stattfinden.

ZEITSPIEGEL

Werber der algerischen Rebellen-Bewegung FLN bemühen sich derzeit, in amerikanischen Großstädten Neger für die Befreiungsarmee zu rekrutieren.

Draht nach Moskau

Inmitten der für den Westen recht beunruhigenden Wirren Nordafrikas bot bisher die Haltung Tunesiens und seines Staatschefs Habib Burgiba eine der wenigen Lichtblicke.

Umbau an der Kremlspitze

Anderthalb Wochen vor Beginn der Gipfelkonferenz hat Chruschtschow in der Führungsspitze des Kremls weitreichende personelle Veränderungen vorgenommen: keine Säuberung, aber doch einen bedeutsamen Führungswechsel.

„Mehr Schmiß, mehr Schmiß!”

Die Deutsche Partei hat am Wochenende ihren Bundesparteitag in Heilbronn abgehalten – einen Parteitag im Schatten der kommenden Bundestagswahl.

Regent im Vakuum

Als Präsident Eisenhower vor ein paar Wochen ankündigte, er werde im Sommer seine Rückreise von Moskau einen Tag lang in Südkoreas Hauptstadt Seoul unterbrechen, da galt es noch als ausgemacht, daß niemand anders als Syngman Rhee, der greise „Mr.

Hauptfeind: Bonn

Schlesien auf immer polnisch“ – dies war das Schlagwort der Feiern zum fünfzehnten Jahrestag der „Rückkehr Polens in das Gebiet der Oder-Neisse“.

Sonne am Rhein...

Ohne Aufregung, ja, in unverhohlener Gleichgültigkeit, haben die Abgeordneten den Bundeshaushalt für das Rechnungsjahr 1960 verabschiedet.

Mecklenburg: „Verrat an unserm Staat“

Mit einem Prozeß wegen Staatsverrats endete jetzt eine Geschichte, die 1954 ganz harmlos angefangen hatte. Damals hatte Walter Grohmann in Schwerin Besuch aus der Bundesrepublik bekommen.

Wegen Hochzeit...

Sonst, wenn ich im Laden des Metzgermeisters bin, renne ich, bevor ich zu meiner Wurst komme, mindestens drei-, viermal zur Tür, um zu kontrollieren, ob draußen mein braver Hund, dem der Eintritt versagt ist, sich auch nicht mit anderen braven Hunden beißt.

Schleswig-Holstein: Protest gegen Pannkoken

Mit der Historie ist es ein besonderes Ding. Entweder man bat ein Gefühl dafür, oder man hat es nicht. Einige Bürger der alten Festungsstadt Rendsburg freilich sind der Ansicht, daß der Senat ihrer Stadt zuviel für die Historie übrig habe.

Siegt die Vernunft?

Unter den zahlreichen (allzu zahlreichen?) Gremien, die sich hierzulande der Förderung und Organisation dessen widmen, was man „kulturelle Belange“ nennt, die im besonderen sich um die Universitäten kümmern, hat der aus 39 illustren Mitgliedern (16 Professoren, 6 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, 6 Staatssekretären der Bundesregierung, 11 Kultusministern) bestehende Wissenschaftsrat zweifellos das größte Prestige und am ehesten die Möglichkeit, seinen Vorschlägen auch jenen Nachdruck zu schaffen, ohne den nun einmal nichts geschieht.

Spieler gegen Denker

Nach siegreich beendeten Herausforderungskämpfen heißt der neue Schachweltmeister Michael Till

Was kostet ein Autor?

Für die „Verschwörung des Fiesco zu Genua“ hat das kommerzielle britische Fernsehen dem deutschen Dramatiker Friedrich Schiller soeben ein Honorar von 20 000 Pfund Sterling, also fast 250 000 DM geboten.

Der Roman – gestern, heute und morgen (4):: Wenn einer etwas zu erzählen hat

Was vermissen wir noch? Ernst Kreuder hat (DIE ZEIT Nr. 17/60) den „einspurigen Realismus der Verzweiflung“ im modernen Roman beklagt und ihm den „romanhaften Roman“ entgegengestellt, durch den der Leser – wie einst von Novalis – „hinausgerufen wird in die Konfrontation mit der Unendlichkeit“.

Sechs Programme suchen einen Autor

„Sind schon unterwegs, die Jungen vom Bereitschaftsdienst“, sagte er, als er sich wieder gesetzt hatte, „hier geht es nämlich um Sekunden.

ZEITMOSAIK

Bei einer Zusammenkunft in Formentor auf Mallorca beschlossen sechs große Verlagshäuser (Einaudi, Turin; Gallimard, Paris; Grove Press, New York; Rowohlt, Hamburg; Seix-Barral, Barcelona und Weidenfeld and Nicolson, London) die Stiftung zweier Romanpreise, die sich durch Höhe der Dotierung und Internationalität von den unzähligen lokalen und nationalen Literaturpreisen unterscheiden werden: Der „Internationale Verlegerpreis“ in Höhe von 10 000 Dollar soll jährlich verliehen werden, und zwar nach Möglichkeit an einen Schriftsteller, der dem Roman als Kunstform neue Wege weist, gleichgültig, in welcher Sprache und in welchem Verlag das preisgekrönte Werk erschienen ist; der „Formentor-Preis“, eigentlich eine Honorarvorauszahlung von gleichfalls 10 000 Dollar, ist jungen Romanciers zugedacht, die außerhalb ihrer Landesgrenzen zu wenig bekannt sind und deren Werk die beteiligten Verlage gleichzeitig veröffentlichen wollen.

Musikalische Bildreportage

Swolange es tue vielumstrittene Kunstgattung „Oper“ gibt, solange verfolgt sie zwei ganz verschiedene Ziele. Um den Vorrang eines dieser beiden Ziele ging immer der Streit.

Neues aus dem Rilke-Archiv

Schwärmerisch aber wahr, als die Verbindung, die den Skandinaviern nun einmal gegeben ist – so bezeichnete Rainer Maria Rilke im Jahre 1919 gegenüber Katharina Kippenberg den Charakter der Briefe, die ihm seit 1915 eine dänische Dame sandte.

Nr. 20 vom 18. Mai 1950: Berlin steht für uns alle

Wir in Berlin wissen, daß wir zu Deutschland, zu West-Deutschland gehören, wenn auch die äußeren Umstände es bisher verboten haben, diese Zusammengehörigkeit wirtschaftlich und staatsrechtlich eindeutig klarzulegen.

Auswege aus der Klemme

Der Zentralbankrat hat beschlossen, die Mindestreserven für Sicht- und Termineinlagen um 15 v. H., die für Spareinlagen um 10 v.

Prämien für Treue

Auch undurchführbare Ideen erlangen große Publizität, wenn sie von höchster Stelle, wie etwa vom Bundeskanzler, kommen. Die unvermeidliche Abwertung erfolgt dann schonungsvoll in der Weise, daß man die Vorschläge zunächst in verschiedenen Variationen wiederholt und dazu erklärt, man beschäftige sich ernsthaft mit der Angelegenheit.

ZEIT-RAFFER

„Ich gehöre auch nicht zu denen, die da glauben, es ginge unserem deutschen Volk schon zu gut. Ich verachte jene Snobs, die.

Die Saar noch nicht ganz ‚,integriert“

Die Wirtschaft der Saar ist nach dem wirtschaftlichen Systemwechsel vom 6. Juli 1959 einem Patienten vergleichbar, der zwar die Operation glücklich überstanden hat, aber noch immer das Bett hüten muß.

Straßen für die Olympiade

Italien erwartet im Olympiajahr einen großen Zustrom an Touristen. Allein sechs Millionen Deutsche werden in diesem Jahr das Land besuchen.

Wolken über Montan-Aktien

Bei den Eisen- und Stahlaktien weidet sich die Börse an den negativen Nachrichten; Meldungen positiver Art (und es gibt ihrer auf der Produktions- und Absatzseite sehr viele) werden einfach nicht zur Kenntnis genommen.

Der Leser schreibt...

„Es ist soweit, Ihr prämienbegünstigten Sparvertag soll bereits die ersten Früchte tragen...“ Oder auch nicht, wenn nämlich Sie vergessen haben sollten, den „Antrag auf Gewährung einer Sparprämie für das Kalenderjahr 1959“ rechtzeitig abzuschicken.

Hochbahn-Aktie bleibt Rentenpapier

Es hat in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Leute gegeben, die bei der Hamburger Hochbahn AG‚ Hamburg (die Hansestadt Hamburg ist Großaktionär), eine höhere Dividende als 5 v.

Rekordjahr an der Börse

Über ein ausnehmend gutes Börsenjahr berichtet die Rheinisch-Westfälische Börse zu Düsseldorf in ihrem Bericht über das Geschäftsjahr 1959, Die gesamten Wertpapierumsätze der Düsseldorfer Börse haben den Umsatz des Jahres 1958 um fast 100 v.

Nicht wieder verschieben!

Hoffentlich steht uns in diesem Monat nicht wieder ein 10. November 1959 bevor, ein Tag, den man in allen Kreisen, die sich mit Kapitalmarktpolitik beschäftigen, nur mit dem Trauerrand versehen konnte.

Eine „dankbare“ Aktie

Über den Vorschlag der Reichhold Chemie AG, Hamburg, für 1959 eine Dividende von 15 (14) v. H. zu verteilen, sind die Aktionäre etwas enttäuscht.

Braunschweigische Staatsbank erhöht Kapital

Die dem Land Niedersachsen gehörende Braunschweigische Staatsbank hat im Geschäftsjahr 1959 wieder einen großen Schritt auf dem Weg in die vorderste Reihe der Regionalbanken gemacht.

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