Die schwächste Seite der Deutschen Bundesrepublik von heute sind ihre Schulen und Universitäten; die stärkste ist ihre Industrie. –

(Kernsatz aus einer sehr fairen Analyse des Deutschlandkorrespondenten der angesehenen englischen Sonntagszeitung „The Observer“, Sebastian Haffner)

Zwei hohe Literaturpreise

Bei einer Zusammenkunft in Formentor auf Mallorca beschlossen sechs große Verlagshäuser (Einaudi, Turin; Gallimard, Paris; Grove Press, New York; Rowohlt, Hamburg; Seix-Barral, Barcelona und Weidenfeld and Nicolson, London) die Stiftung zweier Romanpreise, die sich durch Höhe der Dotierung und Internationalität von den unzähligen lokalen und nationalen Literaturpreisen unterscheiden werden: Der „Internationale Verlegerpreis“ in Höhe von 10 000 Dollar soll jährlich verliehen werden, und zwar nach Möglichkeit an einen Schriftsteller, der dem Roman als Kunstform neue Wege weist, gleichgültig, in welcher Sprache und in welchem Verlag das preisgekrönte Werk erschienen ist; der „Formentor-Preis“, eigentlich eine Honorarvorauszahlung von gleichfalls 10 000 Dollar, ist jungen Romanciers zugedacht, die außerhalb ihrer Landesgrenzen zu wenig bekannt sind und deren Werk die beteiligten Verlage gleichzeitig veröffentlichen wollen. Beide Preise sollen 1961 zum ersten Male verliehen werden. Wir werden dann sehen, ob die Verleger zuviel versprochen haben, als sie sich vornahmen, auch Bücher, die nicht bei ihnen erschienen sind, auszuzeichnen ...

Späte Rache

Für 7000 Mark ersteigerte der Marquis von Bath zwei Bilder des in zeitgenössischen Kunstgeschichten wenig genannten Malers Adolf Hitler. Versteigerer war – gegen den Protest vieler Kunsthändler – das renommierte Londoner Auktionshaus Sotheby. – „Mein Herr Marquis, ein Mann wie Sie ...“

Prämiiertes Grauen