DIE ZEIT

Alarm bei der CDU

Die CDU ist in Verlegenheit: Die von ihr als Test für 1961 herausgestellten Landtagswahlen von Baden-Württemberg haben den Christlichen Demokraten beträchtliche Stimmenverluste gebracht.

Das Fiasko von Paris

Paris, im Mai Dies war die verblüffendste Gala-Vorstellung, die Chruschtschow je veranstaltete: Der Zaubermeister griff in die Luft, fing ein Insekt, strengte gewaltig seinen Atem an und blies es auf zu unheimlicher Größe.

Bonn fragt: Was nun?

Man hat in Bonn der Gipfelkonferenz seit langem mit großem Pessimismus entgegengesehen. Aber daß sie so schnell scheitern könnte, hat niemand für möglich gehalten.

Chancen für Kennedy

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird dies der Name des demokratischen Präsidentschaftskandidaten sein: John F. Kennedy. Und es ist gleichfalls wahrscheinlich, daß dieser jugendliche und dynamische Senator, wenn er im Juli von dem demokratischen Nationalkonvent aufgestellt wird, dann auch in der Wahl das Rennen machen wird.

ZEITSPIEGEL

Französische Fahnenfabrikanten kaufen jetzt die ersten Fahnen zurück, die Ende März dem Staatsbesuch Chruschtschows die nötige Couleur gegeben hatten.

Roboter im All

Seit einigen Tagen kreist in einer hermetisch abgeschlossenen Druckluftkabine eine Astronautenpuppe um unseren Planeten. Die Sowjets erhoffen sich von diesem Experiment wertvolle Informationen für den sicheren Flug des Menschen in den Kosmos.

Fahrt durch den polnischen Mai

Der „Tag der XV. Wiederkehr der Befreiung“, der am 7. und 8. Mai gefeiert wurde, bot den Anlaß, nach Breslau zu fahren, wo im Stadion vehemente Ovationen dem Staatschef Gomulka dargebracht wurden.

Wettlauf zum Kommunismus

Die KP der Tschechoslowakei ruft zum Aufbau des Kommunismus auf – „Tschechoslowakei baut den Kommunismus auf – nach der UdSSR das zweite Land in der Welt“.

Verrat an den Bauern

Von den 466 Volkskammer-Abgeordneten in Ostberlin gehören 52 zur Fraktion der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD).

Nachkriegsgeneräle rücken vor

In der Bundeswehr schickt sich eine neue Generation an, die Führungspositionen zu besetzen. Es sind jene Offiziere, die das Kriegsende vor fünfzehn Jahren als junge Oberstleutnante und Oberste erlebten und sich in den letzten Jahren beim Aufbau der Bundeswehr ihre Sporen verdienten.

Die Presse: Der unbewachte Wächter

Ich versuche, hier nur als Leser zu sprechen. Allerdings zwingt mich mein Gewerbe, das eines Professors für die politische Wissenschaft, die Zeitungen sehr gründlich und sorgfältig zu lesen, denn sie stellen für mich ein sehr wesentliches wissenschaftliches Unterlagenmaterial dar.

Die Freiheit darf nicht verkümmern!

Dazu kommt die Scheu vor der Kritik, aus einer gewissen Gemütsökonomie heraus. In dieser zeitlich streng geregelten Welt mit ihrer ungeheuren Überlastung für manche Positionen, zu denen auch die vieler Journalisten gehören, besteht die Tendenz, nur so viel Ärger auf sich zu nehmen, als zur Wahrung des eigenen Interesses und der elementarsten Berufsausübung erforderlich ist.

Weder lex Soraya noch lex Schäffer

Um alle Mißverständnisse auszuschließen, wiederhole ich, was ich schon öfter geäußert habe, daß ich weder ein Anhänger der lex Soraya noch der geplanten lex Schäffer bin.

Schleswig-Holstein: Das Gastspiel in Schwerin

In Lübeck gab es Theater um eine Theaterreise. Das Ensemble der Lübecker Oper sollte am 26. Mai mit „Fidelio“ in Erwiderung eines Besuchs des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin gastieren.

Schlips-Zwang

Marc Twain erfuhr einmal, daß eine Dame, in derem Hause er zu Gast gewesen, böse Nachrede über ihn gehalten hatte, weil er ohne Schlips erschienen war.

Deutscher Geist – französisches Herz

Daß die Menschen ursprünglich nicht vom Fluch der Individuation, des Einzel-Seins, verfolgt waren, lehrte vor nahezu zweieinhalbtausend Jahren der griechische Arzt und Philosoph Empedokles.

Mein Gedicht: Der Spaziergang

Mein Gedicht zu nennen – diese Aufforderung wirft mich, wie ich gestehe, in die allergrößte Verlegenheit. Denn ich habe mich so ziemlich mein ganzes Leben um Dichtung bekümmert, aber ich habe nicht „mein“ Gedicht.

Über die Notwendigkeit von Philosophen

Was eigentlich soll durch ein Staatsschutzgesetz geschützt werden, die Form der Demokratie – was offenbar nicht geht – oder vielleicht eine noch zu definierende Idee des Rechtsstaates? Erst wenn diese philosophische Frage beantwortet ist, wird es möglich sein, das richtige Schutzgesetz zu finden.

Ein Rücken von Papier

Die Neue Serie“, heißt es in den Werbeankündigungen des S. Fischer Verlags, „bringt wichtige ältere und neuere Werke der Literatur, der Geschichte und Politik in einem neuen Buchtypus, ‚Paperback‘, der sich durch Einband und Ausstattung von den üblichen Buchformen unterscheidet.

Soll man Hitler-Filme zeigen?

Als die Hamburger Gesellschaft für Filmkunde vor kurzem einige Dokumentarfilme vom Dritten Reich (unter anderem vom Nürnberger Parteitag und von Hitlers pompös gefeiertem 50.

Der Teufel und seine Schufte

Ich traf Ludwig Marcuse erst vor ein paar Wochen in München wieder. Er war ein wenig verändert – er, nicht seine reizende Frau (Sascha ist reizend!) –, aber seine wilde Löwenmähne schien mir etwas falber geworden zu sein und dazu noch aufs bedauerlichste haarkünstlerisch verkürzt! Und dann erst erinnerten wir uns, daß es zweiundzwanzig Jahre her war seit unserer letzten Begegnung.

Leistung trotz Lähmung

Heute ist Otto Klemperer, der am 15. Mai fünfundsiebzig Jahre alt wurde, längst keine Sensationsgröße mehr. Seine Kunst ist sicher.

Ein letztes Wort

Da das Meine (im Auszug) der Glosse Robert Neumanns vorausgeht, überlasse ich vertrauensvoll dem Leser, zu beurteilen: ob ich geschrieben habe, was Robert Neumann herausgelesen hat.

Ein Oeuvre mit Spätzündung?

Am 1. Juni 1938 wurde auf den Pariser Champs Elysées ein deutscher Bühnenautor erschlagen. Trotz seines ungarischen Namens sind seine siebzehn Bühnenstücke deutsch geschrieben.

ZEITMOSAIK

Im Pariser Théâtre des Champs Elysées spielten die Berliner Philharmoniker kürzlich unter der Leitung von Herbert von Karajan sämtliche Beethoven-Symphonien.

Aus den Hauptstädten der Welt:: Warschau - teils in Stuck, teils modern

Ausgerechnet in Warschau, dieser östlichen Stadt, die der Ideologie der Roboter ausgesetzt ist,-kann ich dem Drang nachgeben, planlos durch die Straßen zu irren, von Schaufenster zu Schaufenster zu trödeln, mich von der Menge mitschwemmen zu lassen, an den Ecken herumzustehen, um das Getriebe zu betrachten: Regardez passer la vie, wie das mein französischer Freund Armand nennt.

Warum diskriminiert uns Washington?

Die US-Regierung hat kürzlich alle vom „Feindvermögens-Verwalter“ noch betreuten rumänischen Privatvermögen dem kommunistischen Staat Rumänien ausgeliefert, dem diese Werte bisher im Interesse der Eigentümer vorenthalten worden waren.

Steuerpolitische Schlagerkomponisten

Die Zeit ist wieder einmal gekommen, da sich die Bonner Steuerexperten auf die Suche nach Wahlschlagern begeben – nicht nur die aller Parteien, sondern auch die der Regierung.

ZEIT-RAFFER

Der Plan einer Pipeline Karlsruhe-Südbayern als Fortsetzung der Erdöl-Fernleitung Rhonemündung-Straßburg-Karlsruhe ist einen Schritt weitergekommen: durch die Gründung eines Konsortiums, dem 8 maßgebende deutsche Ölfirmen angehören.

Besseres Klima

Die vollständig festgefahrenen Verhandlungen zwischen dem Ruhrbergbau und der Hohen Behörde sind wieder in Gang gekommen. Zum erstenmal seit Monaten hat wieder ein Gespräch über den in Essen ebenso heiß ersehnten wie in Luxemburg unerwünschten gemeinsamen Kohlenverkauf der Ruhrzechen in „freundschaftlicher und verständnisvoller Atmosphäre“ stattgefunden.

Eine Industrie zieht aufs Land

Wie auch private Unternehmer zur industriellen Erschließung ländlicher Gebiete beitragen können, hat am Beispiel der Eifel kürzlich die „Romika Lemm & Co.

Moderne Statistik

Das neue Buch von Hans Kellerer (Ordinarius für Statistik an der Universität München) „Statistik im modernen Wirtschafts- und Sozialleben“ wird von jedem Fachkritiker mit einem Gefühl der Erleichterung betrachtet werden: Endlich ist aus berufener Feder in deutscher Sprache eine Veröffentlichung erschienen, die das Problem der Statistik und der statistischen Arbeit in ganzer Breite aufrollt.

Der Hallstein-Plan

Nach langen und teils harten Verhandlungen hat der Ministerrat der sechs Länder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) die Vorschläge der EWG-Kommission zur beschleunigten Errichtung des Gemeinsamen Marktes mit einigen Änderungen gebilligt.

Die Zahlungsbilanz

Vom Jahresanfang bis zum Ende der ersten Maiwoche des Jahres haben die Währungsreserven der Deutschen Bundesbank um gut zwei Milliarden DM zugenommen.

Auch der Lehrling hat Rechte

Vor einiger Zeit sind wieder Tausende junger Menschen in ein handwerkliches Lehrverhältnis eingetreten. „Lehrverhältnis“ bedeutet, daß zwischen dem Lehrherrn einerseits und dem Lehrling bzw.

Noch mehr Ärger

Die Hohe Behörde der Montanunion erhebt nicht nur eine Steuer – die Umlage –; sie ist durch den Montanvertrag auch zu gewissen verkehrspolitischen Maßnahmen verpflichtet.

Die Hütte an der Weser

Der Präsident des Bremer Senats, Bürgermeister Kaisen, hat auf dem Bankett, das im Rathaussaal zu Bremen anläßlich der Jahrestagung des Bundesverbandes der deutschen Industrie stattfand, einige Worte zum Lobe des deutschen Unternehmertums gesprochen, denen weit über den Anlaß hinaus grundsätzliche Bedeutung zukommt, und die nicht so schnell wieder vergessen werden sollten.

Es ging um den Bezugskurs!

Nicht alle Aktionäre der Farbwerke Hoechst stimmten mit der Ansicht der Verwaltung überein

+ Weitere Artikel anzeigen