Was bereits aus den Veröffentlichungen einzelner Drahterzeuger deutlich wurde, unterstreicht der soeben vorgelegte Jahresbericht der Fachvereinigung Draht e. V.: die westdeutsche Drahtindustrie hatte 1959 ein gutes Jahr, obwohl der Bericht ausdrücklich hervorhebt, daß diese Branche „nicht die Hochkonjunktur ähnlich gelagerter Industrien“ erlebt habe. Der Versand in Eisen- und Stahldrähten ist gegenüber dem Vorjahr um 11,2 v. H. und der Drahtfertigerzeugnisse um 36,3 v. H. gestiegen. Mit einer Gesamterzeugung von 1,09 Mill. t Drähten und 0,809 Mill. t Fertigerzeugnissen haben die Werke einen Wertumsatz von 1,2 gegenüber 1,1 Mrd. DM in 1958 erreicht. Davon entfallen auf das Inlandsgeschäft etwa 1 Mrd. DM und auf den Export 200 Mill. DM. – Die Erzeugung des Vormaterials Walzdraht ist um 15,3 v. H. auf 1,7 Mill. t angestiegen.

Das Ausfuhrgeschäft, das in der zweiten Hälfte des Jahres 1958 seinen Tiefstand erreicht hatte, hat im Berichtsjahr wieder lebhaft angezogen; aber der Bericht weist darauf hin, daß der Auslandsversand nur 14,8 v. H. der Erzeugung ausgemacht habe, während die deutsche Drahtindustrie vor dem Kriege etwa 30–40 v. H. ihrer Produktion exportiert habe. Es wird indessen betont, daß die Ausnutzung der auf den Auslandsmärkten einsetzenden Konjunktur für die westdeutschen Erzeuger dadurch gehemmt worden sei, „daß das Inlandsgeschäft gleichzeitig lebhaften Aufschwung nahm und Grenzen durch Kapazität und Rohstoffversorgung gesetzt waren“.

Die Auftragsbestände bei den Werken sind am Ende des Berichtsjahres auf 35 234 t (20695) Draht und 24 246 (22 321) t Fertigerzeugnisse angestiegen. Im Rahmen des Wettbewerbs mit den westlichen Ländern hat die deutsche Drahtindustrie, so heißt es in dem Bericht des Verbandes, weiter an Boden verloren. Der jetzt erreichte Ausfuhranteil liegt zu niedrig, um noch als „normales Nachkriegsniveau“ angesehen werden zu können. n.