Dubrovnik, im Mai

Das einträchtige Klima war das erfreulichste Merkmal des in der schönen jugoslawischen Stadt Dubrovnik abgehaltenen VII. Kongresses der International Road Transport Union (IRU). Seit ihrer Gründung (1948) gehören jetzt 50 Spitzenverbände des Verkehrs aus 18 europäischen und fünf außereuropäischen Nationen zu dieser großen internationalen Straßenverkehrsorganisation. Die IRU gehört zu den Organisationen, die bei internationalen Regierungsbesprechungen immer angehört werden. Die Bedeutung des Kongresses der IRU wurde durch die Anwesenheit von Regierungsvertretern aus Jugoslawien, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz unterstrichen. Mit Bedauern wurde dagegen festgestellt, daß kein Vertreter der Bundesregierung anwesend war.

Obwohl die Teilnehmer des Kongresses unterschiedlichen Auffassungen huldigen, wurden acht Entschließungen gefaßt. In der Frage Maße und Gewichte der Lastkraftwagen unterstützt die IRU die Genfer Konvention von 1949 (32 t Gesamtgewicht, 10 t Achsdruck und 18 m Länge). Insbesondere wird die Lastzuglänge von 18 m für die wirtschaftliche Nutzung der Fahrzeuge als unbedingt notwendig angesehen. Eine weitere Entschließung befaßt sich mit den Steuern und sonstigen fiskalischen Lasten, die in allen Ländern den Straßenverkehr übermäßig belasten. Die Erleichterung des grenzüberschreitenden Verkehrs – insbesondere die Vereinfachung der Dokumente – beschäftigte den Kongreß ebenfalls. Der Omnibusverkehr über die Grenzen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Die Regierungen haben gewissen Erleichterungen, wie zum Beispiel dem Wegfall des Carnets, bereits zugestimmt.

Stark beachtet wurden die Ausführungen von Lothar Raucamp (Düsseldorf) über das Problem der Bewilligung von Einfahrt- und Transitgenehmigungen. Die Wirtschaftspolitik der europäischen Länder strebt die Beseitigung aller künstlichen Hindernisse an. Was die Zölle anbetrifft, so kann dabei ein gewisser Erfolg beobachtet werden; dagegen scheint es mit dem Bewilligungsverfahren noch im argen zu liegen. Der Straßenverkehr ist heute noch weit entfernt von den günstigen Startbedingungen, welche die Schiffahrt, der Luftverkehr und die Eisenbahnen im grenzüberschreitenden Verkehr genießen. Zweifellos haben bilaterale Vereinbarungen zwischen einer Reihe von Ländern Erleichterungen gebracht. Diese Abkommen sind aber an Kontingente gebunden, die in den meisten Fällen dem tatsächlichen Bedarf bei weitem nicht genügen. Die freie Wahl des Transportmittels durch den Verlader ist also nicht gewährleistet. Der gewerbliche Straßengüterverkehr hat in Europa während der letzten zehn Jahre eine beachtliche Entwicklung durchgemacht. Allein in der Bundesrepublik hat sich die Zahl der ein- und ausführenden Lastzüge von 1950 bis 1958 versechsfacht. Die Menge der ausgehenden Güter weist in diesem Zeitraum dieselbe Zunahme auf; die Menge der eingehenden Güter hat sich sogar verzehnfacht.

Axel von Selasinsky