Kurz vor Jahresschluß 1958 wurden die sechs Gemeinschaftsbanken zu einem Institut zusammengeschlossen, das nunmehr mit einem Bilanzvolumen von 2,1 Mrd. die viertgrößte Geschäftsbank des Bundesgebiets ist. Vor ihr, rangieren die drei Großbanken, deren Bilanzsumme in jedem einzelnen Fall das Mehrfache beträgt.

Die Bank für Gemeinwirtschaft, Sitz Frankfurt/Main, bezeichnet sich selbst nur als eine Großbank, wie sie überhaupt bestrebt ist, vorerst nicht in die erste Linie gerückt zu werden. Sie zieht ein organisches Wachstum vor. Hier vermag sie für 1959 auf Erfolge zu verweisen. Die Bilanz von 1958 war noch aus den Abschlüssen der Teil-Institute „zusammengeschoben“; die neue Bilanz dagegen ist bereits für das neue Institut repräsentativ; sie zeigt dabei eine erhebliche innere Festigung. Der Liquiditätsausgleich innerhalb des Unternehmens hat es ermöglicht, die von anderen Kreditinstituten hereingenommenen Gelder um. mehrere Millionen zu verringern. Bei etwa gleicher Bilanzsumme sind die Umsätze 1959 um rund 11 v. H. auf 111,5 Mrd. DM gestiegen. Das Kreditvolumen hat sich 1959 von 1,32 Mrd. auf 1,35 Mrd., also nur um wenige Prozent, erhöht. Das aber ist in den letzten Monaten anders geworden. Die Bank für Gemeinwirtschaft hat mit einem Verzug von etwa einem halben Jahr kräftig aufgeholt. Diese Phasenverschiebung findet ihren Grund vor allem darin, daß die Großkundschaft – und sie ist vorerst noch repräsentativ für die Bank – lange Zeit hindurch sehr liquide war, und daß man von dieser Seite her, als neue Kreditbedürfnisse auftraten, zunächst die alten Hausbanken und erst anschließend die Bank für Gemeinwirtschaft in Anspruch nahm. Relativ stark sind auch die an Banken herausgelegten Kredite gestiegen.

Während 1958 die Bank für Gemeinwirtschaft per Saldo bei anderen Kreditinstituten verschuldet war, war also 1959 genau das Umgekehrte der Fall. Bei den Einlagen, die sich in ihrer Gesamtheit geringfügig verringerten, sind die Termineinlagen zugunsten der Sichteinlagen zurückgegangen. Die Spareinlagen haben sich kräftig (um mehr als 35 Mill. DM) erhöht. Um dieses Geschäft bekümmert sich die Bank in verstärktem Umfang. wie sie überhaupt offensichtlich bemüht ist, mehr und mehr Bankier des Industriearbeiters zu werden. Das Kleinkreditgeschäft hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt; es wird weiter ausgebaut In diesem Zusammenhang sind auch die keineswegs abgeschlossenen Bemühungen um die Schaffung eines Kaufschecks zu erwähnen. So wächst das Institut aus seiner bisherigen Funktion, vor allem Hausbank der Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften zu sein, immer mehr heraus – und in ein Konkurrenzverhältnis zu den übrigen Geschäftsbanken hinein.

Die Bank hat 1959 gut verdient. Aus dem Ertrag wurden rund 7 Mill. der Rücklage zugeführt und auf das Grundkapital 6 v. H. Dividende gezahlt. Die haftenden Mittel betragen nunmehr 85 Millionen. W. R.