Ein Mann und 3000 Journalisten – es war wohl die größte Pressekonferenz aller Zeiten. Zugleich aber war das, was Nikita Sergejewitsch Chruschtschow im Pariser Palais de Chaillot am vergangenen Mittwoch bot, die größte Schau, die je ein Staatsmann veranstaltet hat. Er gab sich bald salbungsvoll säuselnd, bald unbändig erzürnt; bald unschuldig und lammfromm, bald tobsüchtig und tollwütig. Er lächelte und er drohte, besänftigte und erboste, breitete die Arme aus wie ein predigender Prophet oder ballte die Fäuste in wilder Wut. Die ihn hörten und die ihn sahen, waren nach dieser erstaunlichen Vorstellung einig wie selten in ihrem Urteil: Dies ist ein gefährlicher Mensch – ein Mensch, der unbeherrscht ist und unberechenbar in seinen Aktionen und Reaktionen. Gewaltige Macht liegt in seinen Händen – die Macht, unsere Welt in Unglück, in Krieg und Zerstörung zu stürzen... / Th. S. Aufn.: Eberhard Seeliqer (41. Popper 14), Kevstone (21