Viele Leute, denen ein freundliches Schicksal beschied, in einer besonders schönen Landschaft zu wohnen, haben in den letzten Jahren mit Fleiß und Geschick auch noch Kapital daraus schlagen können. Ruhe und Schönheit brachten Geld. Seit es den Fremdenverkehr gibt und die Reisewelle in den Nachkriegsjahren stieg und stieg, wurden manche Plätze an der Sonne, die zu Anfang auch noch mit niedrigen Preisen lockten, bevorzugte Ferienparadiese. Mallorca, die spanische Insel im Mittelmeer mit ihren Trabanten Ibiza und Menorca, vor Jahrzehnten von den Engländern als Urlaubsort entdeckt und begehrt, zog nach dem Krieg einen gewaltigen deutschen Fremdenstrom an. Man sprach plötzlich Deutsch. Man investierte. Neue Hotels und Restaurants schossen wie Pilze aus der Erde, alte wurden aufgestockt, ausgebaut, verschönert.

Aber die Schicksalsgöttin ist launisch. Wie eine deutsche Flugreisegesellschaft jetzt mitteilt, ist die Besucherzahl von Mallorca seit der Saison 1959 um Dreiviertel zurückgegangen, und die „Abwärtsbewegung“ hält weiter an. Die Hoteliers warten nun vergebens auf die deutschen Gäste. Die Urlauber aber schwärmen in Massen neuen, noch nicht so bekannten und überlaufenen Zielen zu: Zielen in Nordafrika, in Griechenland und vor allem in Portugal. Mit magischer Gewalt, die Touristenverbände steuern, werden sie besonders von dem beliebten Seebad Figuera da Foz angezogen. Aber es gibt in dem schönen Land, das seit einiger Zeit mit Unternehmungsgeist und unverbrauchter Gastfreundschaft deutsche Gäste zum Besuch einlädt – und dazu ein portugiesisches Informationszentrum in Hamburg eröffnet hat –, noch viele andere Orte, die sich nach Touristen sehnen, ohne schon jetzt daran zu denken, daß es nur wenige unter ihnen gibt, die Jahr für Jahr wiederkommen. Die treu sind. dt.