FÜR die Leser der Bücher von Henry Millerund Lawrence Durrell, aber nicht nur für sie –

Henry Miller, Alfred Perles, Lawrence Durrell: Kunst und Provokation“ – Ein Briefwechsel; Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg; 96 S., 6,– DM.

ES ENTHÄLT einen Briefwechsel zwischen Lawrence Durrell und Alfred Perles, die sich vorgenommen hatten, ein Porträt ihres bewunderten Freundes Henry Miller zu entwerfen, „wie er sich in seinem Werke spiegelt“ – und einige korrigierende, ergänzende Briefe des solchermaßen Porträtierten.

ES GEFÄLLT nicht nur als Dokument einer sehr ungewöhnlichen Freundschaft oder als hochgescheite Analyse der keineswegs leicht zu analysierenden, widerspruchsvollen, sprunghaften Persönlichkeit Henry Millers; über alles Biographische hinaus gefällt der Versuch, des Wesens einer künstlerischen Intelligenz in Dialogform habhaft zu werden – er verhindert, daß apodiktisch endgültige Wahrheiten über einen Menschen verkündet werden, er gibt dem Leser das gute Gefühl, daß sich hier auch die schärfste und sensibelste Beobachtung nur als das versteht, was sie im äußersten Falle sein kann: eine Annäherung an den letztlich unfaßbaren Kern. (Der Titel des Buches, auch schon der der englischen Ausgabe – Art and Outrage – weckt falsche Erwartungen.) D. E. Z.