Die Geschäftsentwicklung der Rheinische Girozentrale und Provinzialbank, Düsseldorf, stand 1959 im Zeichen des allgemeinen Wirtschaftswachstums. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 5,168 Mill. um 6,4 v.H. auf 5,500 Mill. DM. Der Jahresumsatz der Bank belief sich auf rund 207 Mrd DM und war damit um 11 v. H. höher als im Vorjahr. Angesichts der erneuten Ausweitung aller Geschäftszweige erscheint es der Bank auch bei Berücksichtigung der unbeschränkten Haftung der Gewährsträger angemessen, das Stammkapital um weitere 15 auf 75 Mill. DM zu erhöhen. Einschließlich der Rücklagen stellen sich sodann die ausgewiesenen Eigenmittel: auf 147 Mill. DM.

Die kurzfristigen Bilanzpositionen der Bank wurden im Berichtsjahr maßgeblich durch die Geschäftsentwicklung der rheinischen Sparkassen beeinflußt. Bei ihnen stiegen die Gesamteinlagen um 19 v. H. auf 7,5 Mrd. DM, und zwar die Spareinlagen um 940 Mill. und die Giroeinlagen um 230 Mill. Die „Billig-Geld“-Politik der Bundesbank hat die Entwicklung der Liquiditätsanlagen der rheinischen Sparkassen bei der Bank in einem Maße wie in keinem vorhergehenden Jahr beeinflußt; sie veranlaßte die Sparkassen zunächst zu verstärkten Wertpapierkäufen und im späteren Verlauf des Jahres zu umfangreicheren langfristigen Kreditzusagen, insbesondere im Hypothekengeschäft, und schmälerte damit die von ihnen bei ihrer Zentralbank unterhaltenen Liquiditätsanlagen. In gleicher Richtung wirkte auch der von der Bundesbank ab Herbst verfolgte restriktive Kurs, so daß die Einlagen der Sparkassen bei der Bank im Laufe des Jahres trotz der beachtlichen Zugänge bei den Einlagen der Sparkassen absolut und noch stärker relativ zurückgegangen sind. Die bei der Bank insgesamt unterhaltenen Einlagen sind daher im Berichtsjahr nur um 48 Mill. auf 2,4 Mrd. DM gestiegen.

Ihre kurzfristigen Geldanlagen hat die Bank im Berichtsjahr über den gesamten Einlagenzuwachs hinaus weiter; verstärkt und hierbei – unter Verkürzung der Anlagefristen – insbesondere ausländische Schatzanweisungen und Nostroanlagen bei ersten ausländischen Banken sowie auch Kassen-Obligationen bevorzugt. In der Wertpapieranlage hat sich die Bank bewußt zurückgehalten.

Die Entwicklung der langfristigen Geschäftszweige der Bank stand im Berichtsjahr unter dem Einfluß der wechselnden Situation am Kapitalmarkt. Die Ausgabegenehmigungen für Pfandbriefe und Kommunalobligationen gingen im Berichtsjahr auf nominell 210 (348) Mill. zurück. Der Gesamtabsatz eigener Emissionen der Bank betrug 247,8 Mill., davon 118,7 Mill. Pfandbriefe und 129,1 Mill. Kommunal-Schuldverschreibungen. Die der Bank insgesamt zugeflossenen langfristigen Mittel erreichten trotz des um rund 137 Mill. über dem Vorjahresergebnis liegenden Gesamtabsatzes an Schuldverschreibungen nur knapp die Vorjahreshöhe, da sich die von den Sparkassen und anderen Kapitalsammelstellen hereingenommenen langfristigen Refinanzierungsmittel nur noch geringfügig erhöht haben.

Die Ertragslage der Bank war im Berichtsjahr wiederum befriedigend; die Erhöhung des Zinsüberschusses im kurz- und langfristigen Geschäft und der Provisionen geht im wesentlichen auf die Zunahme des Bilanzvolumens zurück. Die Kursgewinne aus dem Wertpapier-, Sorten- und Devisengeschäft wurden neben anderen Erträgen zu Abschreibungen, Wertberichtigungen und zur Bildung von Reserven verwandt. Den Rücklagen wurden rund 12 Mill. zugeführt. Nach den vorgesehenen Zuweisungen zu den Rücklagen erhalten die Gewährsträger der Bank aus dem verbleibenden Gewinn von 3,15 Mill. DM eine satzungsgemäße Verzinsung des Stammkapitals von 6 v. H.