DIE ZEIT

Groll über Grolman

Die Kritik am Jahresbericht des Wehrbeauffragten von Grolman kommt nicht so sehr aus dem Bundesverteidigungsministerium als vielmehr von einer Gruppe der CDU/CSU.

Frieden für Algerien?

Der erste Schritt zu einem Verhandlungsfrieden zwischen Frankreich und der Algerischen Befreiungsfront (FLN) ist getan. Daß sich beide Seiten zur gleichen Zeit endlich mit Verhandlungen einverstanden erklärt haben, ist schon sehr viel.

Wahlkampf – Politik

Was soll die außenpolitische Debatte des Bundestages bringen? Klarheit über die beiderseitigen Standpunkte? Der Standort der CDU ist klar: Unbeirrbares Festhalten am NATO-Bündnis mit all seinen Verpflichtungen einschließlich der Ausrüstung der Bundeswehr mit taktischen Atomwaffen, konsequente Fortsetzung der EWG-Politik bei ernsthaften Annäherungsversuchen an die EFTA, kein Disengagement, keine Verhandlungen mit dem Ulbricht-Regime über gemeinsame Institutionen.

Brandrede gegen Brandt

Kaum ist Berlin aus dem Brennpunkt der Weltpolitik verschwunden, da zeigen sich in der Westberliner Landespolitik auch schon die Nahtstellen der „sozialen Koalition“, wie sich die Interessen- und Arbeitsgemeinschaft zwischen SPD und CDU im Zwei-Parteien-Parlament des Abgeordnetenhauses nennt.

Reisen, ohne anzukommen

Eisenhower ist wieder in Amerika. Der Mann, der in acht Präsidentenjahren auf vielen Besuchen ferner Zonen Sympathien für sein Land gewann, hat die letzte große Auslandsreise seiner Amtszeit beendet.

ZEITSPIEGEL

„Blondes Mädchen, 19 J./156, unverdorb., durch ihre Herzensgüte ausgenutzt (erwart. Kind, Anfangsstad.) sucht auf diesem Wege zw.

Der Mann, der die Richtung wechselte

Eines muß man dem Chef der christlich-demokratischen Notregierung Italiens lassen: Der 59jährige Fernando Tambroni ist nicht nur immer elegant gekleidet und auf gute Formen bedacht, er ist auch ungewöhnlich geschickt.

Tauziehen um Chruschtschow

Im Kreml wird um die politische Linie gerungen – daran ist heute kein Zweifel mehr. Die öffentliche Polemik gegen die „Linksabweichler“ in Moskau und Peking bestätigt dies ebenso wie die jüngsten Veränderungen in der Führungsspitze.

Wo stehen wir und wohin steuern wir?

Als vor zehn Jahren der Kongreß für die Freiheit der Kultur in Berlin gegründet wurde, geschah dies in der Sorge, der Geist sei durch ideologischen Terror gefährdet.

Wien wartet auf Chruschtschow

Die Juli-Reise des sowjetischen Machthabers in die Alpenrepublik war zu einer Zeit geplant und abgesprochen worden, da noch niemand das Schauspiel von Paris und den darauf folgenden internationalen Kälteeinbruch voraussagen konnte.

Der Star-Techniker

Der schnelle, dazu preisgünstige Kundendienst war von der Firma gerühmt worden, von der wir das gute Stück gekauft hatten: unseren elektrischen Herd.

Hessen: Wer brachte die Nitribitt um?

Im Schwurgerichtssaal des Frankfurter Landgerichts, wo jetzt gegen den 39jährigen Handelsvertreter Heinz Pohlmann verhandelt wird, kann man Respekt vor Drehbuchautoren bekommen.

Schleswig-Holstein: Lange Kerls...

Die Zeit der langen Kerle hat wieder begonnen – bei der Bundeswehr. Vor den Ärzten der Untersuchungs-Kommissionen im Wehrbereich I (Hamburg/Schleswig-Holstein) marschierten Enaks-Söhne auf.

Hessen: Die „scheinehelichen“ Kinder

Es gibt nicht nur „eheliche“ und „uneheliche“, es gibt auch „scheineheliche“ Kinder. Die Juristen verstehen darunter die Kinder von Ehefrauen vermißter Soldaten, die Jahre nach der Vermißtenmeldung geboren wurden.

Baden-Württemberg: Ausflug in preußische Gegenwart

Preußen gibt es nicht mehr; wohl aber gibt es – eines der geschichtlichen Kuriosa – mitten im Schwabenland bei Hechingen auch jetzt noch einen Hort preußischer Geschichte: Burg Hohenzollern, der Stammsitz des preußisch-deutschen Herrschergeschlechtes.

Niedersachsen: Zuchthaus für den Feuerteufel

Fünfzehn Jahre Zuchthaus – das ist die Strafe, die am Mittwoch der Staatsanwalt vor dem Landgericht in Lüneburg für den zwanzigjährigen Bauhilfsarbeiter Herbert Rademacher verlangte.

Eine Leserin schreibt:: Postalisches aus Heppenheim

Die Bundespost hat uns den Selbstwählferndienst beschert, durch den die Telephongespräche so billig geworden sind: eine Minute nach 7 Uhr abends kostet in der ganzen Bundesrepublik höchstens 21 Pfennig, aber.

Wer ist jung?

In einem Zeitalter, das sich offenbar dem Kult des Infantilismus ergeben hat und in dem es mich nicht überraschen würde, eines Tages ein totales Terrorregiment der Jugendlichen zu erleben, kann es dem abgeklärten Menschenkenner geradezu balsamischen Trost spenden, daß einmal ein Autor den ungewöhnlichen Einfall hat, dem jugendfrisch gebliebenen Alter den Vorzug vor allzu kostenloser, unbedarfter Jugend zu geben.

Der 70jährige Carl Georg Heise

Die Legende, daß die Hamburger die Kunst nicht sonderlich liebten, hält sich so hartnäckig, daß man auf den Verdacht kommen könnte, sie selber hätten sie erfunden oder hielten sie aufrecht, weiß der Teufel, aus welchen Gründen.

Christliche Kunst in Bayern

Es ist norddeutscher Erfahrung immer schwer, zu glauben, daß es irgendwo noch eine Realität des „Glaubens“ oder gar ein Glaubensleben gäbe, außer etwa als Zwangsprodukt „klerikaler“ Machtausübung.

Nr. 26 vom 29. Juni 1950: Krieg

Der Kriegsausbruch in Korea hat in der westlichen Welt große Besorgnis hervorgerufen. Präsident Truman kehrte in einem Sonderflugzeug von seinem Wochenendurlaub nach Washington zurück.

Die Ware Sensation

Weil es so nicht mehr weiterging“, gab mir Herr Rübsahm zur Antwort, als ich ihn fragte, wie es zur Gründung seiner nun schon weltumspannenden Firma gekommen sei, „in diesem Chaos mußte endlich Ordnung geschaffen werden.

Geist und Geld

Da steht es nun, das Haus – festlich eröffnet, große Männer der Künste fanden sich unter dem neuen Dach: Gropius, Heidegger, Zuckmayer, Hindemith, Mataré, Doderer, Gründgens, Mies van der Rohe, Blacher, Käutner, Henze.

ZEITMOSAIK

Auf dem Kongreß für Kulturelle Freiheit, der nach zehn Jahren wieder in Berlin tagte, erwiesen sich die politischen Fragestellungen als die interessanteren – über sie berichtet Marion Gräfin Dönhoff auf Seite 3.

Reformen erwünscht – bei den anderen

Im Gegensatz zu Frankreich haben sich im deutschen Sprachgebiet die Historiker verhältnismäßig wenig mit dem 15. Jahrhundert befaßt: jenem Jahrhundert, in dem entscheidende Voraussetzungen geschaffen wurden, ohne die die geistige und politische Renaissance in Europa, vor allen Dingen aber die Stellung, die die römischkatholische Kirche bis auf unsere Gegenwart hin eingenommen hat, kaum vorstellbar wären.

Mein Gedicht: Der Spinnerin Lied

Dies ist kein schwieriges Gedicht. Es verlangt einerlei Anstrengung des Gedankens oder des Gefühls. Es gleitet mühelos ins Ohr, so mühelos, daß die Aufmerksamkeit eher eingeschläfert wird als angespannt, ein gleichmäßiger Wellenschlag ohne Spannungen oder Stauungen, ohne irgendwelche Änderungen der Tonhöhe oder Tonstärke, eintönig bis zum Ende.

Der Historiker Kennan

Am Abend des 7. November 1917 schlief zu St. Petersburg der amerikanische Botschafter Francis "den ungetrübten Schlaf eines Mannes, der trotz seines fortgeschrittenen Alters nie die Werte seiner Jugend bezweifelt oder den Versuch unternommen hatte, zu genau in die Fragwürdigkeiten der Zukunft zu blicken".

Kapriziöses Capri

Wer Capri in der Saison besucht, ist geneigt, an eine Festlandflucht kontinentaler Bewohner zu glauben. Die Insel hat das moderne Schicksal der mittelmeerischen Inseln beispielhaft vorweggenommen.

Eine leidenschaftliche Deutsche Geschichte

Und zwar nicht wegen der Illustrationen, die natürlich für Kinder einen ersten Anreiz bilden. Sondern wegen der faszinierenden Lebendigkeit des Inhalts, besonders der Abschnitte über die jüngste Geschichte.

Ein zweiter Erdöl-Rausch

Die Welt erlebt in diesen Jahren einen zweiten „Ölrausch“, stellt der junge Nationalökonom Hellmuth Stefan Seidenfus in einem soeben erschienenen Werk über die Zusammenhänge zwischen „Energie und Verkehr“ (Verlag J.

Der Kaufsch(r)eck

Alles scheint auf den ersten Blick bei dem bargeldlosen Einkauf ideal: die geplagte Hausfrau braucht keinen Geldbeutel. mehr, der Kaufmann bekommt garantiert sein Geld, die Banken gewinnen neue Kunden, und die Betriebe können allgemein die bargeldlose Lohn- und Gehaltszahlung einführen.

Kurzlebiger Kartoffel-Boom

Ganz so schlimm wie bei der Butterpreisaffäre im letzten Spätherbst war es diesmal mit den Frühkartoffeln ja nicht – aber ein Ärgernis bleibt die ganze Angelegenheit doch.

Der argwöhnische Sparer und seine Bank: Nehmen geht schneller als Geben

Im Laufe dieser Woche werden der Zentrale Kreditausschuß, in dem die Kreditinstitute aller Kategorien zusammengeschlossen sind, und die Bankenaufsichtsbehörden über die Anpassung der Habenzinsen (Zinsen, die die Banken für Einlagen zahlen) an die im Zuge der Diskonterhöhung heraufgesetzten Sollzinsen (Zinsen, die die Banken für Kredite nehmen) beschließen.

Neues Stellwerk für einen Mammutbetrieb

Die in der vergangenen Woche bekanntgewordenen Pläne der Bundesbahn, die Tarife im Expreß- und Stückgutverkehr und die Fahrpreise im Berufs- und Schülerverkehr zu erhöhen, haben nun auch breite Bevölkerungsschichten unsanft mit einem Problem konfrontiert, das die Experten schon seit Jahren beschäftigt: das Problem der Sanierung der Bundesbahn.

ZEIT-RAFFER

Bundesregierung und Bundesbank haben – mit ausdrücklicher Zustimmung des Bundeskanzlers – erklärt, daß der Wechselkurs der D-Mark nicht geändert werden wird.

Pariser Börse: Fusionspläne regten an

Nach dem Scheitern der Gipfelkonferenz hatte die Pariser Börse gehofft, sich in der Sonne der günstigen französischen Geschäftsberichte und der Dynamik eines expansiven EWG-Marktes entfalten zu können.

Eisenhütten „zeigt“ Reserven

Für die schon vor einiger Zeit angekündigte Ausgabe von Berichtigungsaktien bei der Stahlholding der Gruppe Otto Wolff, der Eisen- und Hüttenwerke AG (Köln), ist jetzt die erste Voraussetzung geschaffen worden.

Phoenix Harburg baut aus

Wie die Phoenix Gummiwerke AG (Hamburg-Harburg) berichtet, hatte man 1959 – trotz erheblicher Erweiterung der Produktion – einige Mühe, alle Lieferwünsche zu erfüllen.

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