R. S., Bonn

Der argentinische Staatspräsident Frondizi erklärte vor der Presse in Bonn auf eine Frage zum Fall Eichmann: "Argentinien verdammte und verdammt die Verbrechen, die von Eichmann begangen wurden, aber es ist nicht zulässig, daß ein Verbrecher aus dem Lande unter Verletzung seiner Souveränität entführt wird. Daher brachte Argentinien diesen Fall vor die Vereinten Nationen. Der Rat der Vereinten Nationen hat uns mit großer Befriedigung erfüllt, indem er die argentinische These annahm. Der Sicherheitsrat hat bestimmt, daß Argentinien eine Entschädigung erhalten soll. Der Umfang dieser Wiedergutmachung muß zwischen Argentinien und Israel erörtert werden."

Zum Fall des Arztes Mengele, dessen Auslieferung die Bundesregierung wegen schwerer Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem Jahr verlangt hat, erklärte Frondizi ausweichend, nach argentinischem Recht müsse das Beweismaterial für die kriminelle Schuld einer auszuliefernden Person erbracht werden. Wenn alle verfassungsrechtlich geforderten Bedingungen erfüllt würden, werde die Auslieferung von der argentinischen Justiz beschlossen und von der Exekutive durchgeführt.