Die Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank ist die Hausbank der Bundesbahn für die kleinen Geld-Geschäfte. Die großen Transaktionen, wie den Absatz von Schuldverschreibungen, wickelt sie unter Führung der Deutschen Bundesbank ab, die ihr überdies einen Kreditplafond von 400 Mill. DM zu Verfügung gestellt hat. Für die vielfältigen Tagesgeschäfte aber braucht die Deutsche Bundesbahn ein Spezialinstitut. Die Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank, deren alleiniger Aktionär die Deutsche Bundesbahn ist, hat sich hierzu entwickelt. Sie führt die Frachtenstundung für die großen Verlader durch (Spediteure u. ä. wollen nicht für jedes aufgegebene Frachtstück am Güterbahnhof bar bezahlen; es wäre dies auch unpraktisch). Weiterhin betreibt die DVKB ein Wechselgeschäft an der Grenze, in den Bahnhöfen und in den D-Zügen. Neben diesen beiden Grundgeschäften gibt es in dem Konzern der Deutschen Bundesbahn eine große Zahl von Finanzierungen, welche die DVKB in bankmäßiger Weise durchführt.

Nach der Bilanz 1959 betrugen die Einlagen bei der DVKB rd. 400 Mill. DM, davon stammen allein über 200 Mill. DM von den Eisenbahnen-Spar- und Darlehnskassen, mit denen vornehmlich die Eisenbahnbediensteten zusammenarbeiten. Es gibt aber noch mehr Stellen aus dem Interessenkreis der Deutschen Bundesbahn, die liquide Mittel bei der DVKB unterhalten. Vor dem Krieg gehörte dazu vor allem die Reichsbahn. Sie besaß ein gutes Liquiditätspolster, das am Geldmarkt untergebracht werden mußte. Die entsprechenden bankmäßigen Funktionen fielen der DVKB zu. Sie war daher stets aktiv am Geldmarkt. In der Nachkriegszeit wendete sich zunächst einmal das Blatt. Die Bundesbahn verschuldete sich kurzfristig am Geldmarkt. Auch das ging über die DVKB. Heute ist das glücklicherweise nicht mehr notwendig. Die Bundesbahn hat über die Anleihen von 1959 ihre kurzfristige Verschuldung abgelöst. W. R.