DIE ZEIT

De Gaulle macht ernst

Bisher ist über die Verhandlungen zwischen der französischen Regierung und der algerischen Exilregierung nur zweierlei sicher festzustellen.

Ja zur Außenpolitik

Der Kanzler war es, der darauf bestand, daß die für den 30. Juni geplante außenpolitische Debatte im Bonner Parlament auch wirklich stattfinden sollte, obwohl gerade zuvor sowohl Politiker der Regierungs- als auch der Oppositionsparteien ihr Desinteresse bekundet hatten.

Friedenspreis für Victor Gollancz

Damals kam ein Mann nach Deutschland, der anders war als alle andern, die über den Kanal gekommen waren. Ohne Hut und Mantel war er von morgens bis abends unterwegs.

Neuer Versuch im A. A.

Wieder soll die Spitze des Auswärtigen Amtes umgestaltet werden. Der Versuch Brentanos hat sich nicht bewährt: Die „Dreieinigkeit“, wie man scherzhaft jenes Experiment nannte, den Staatssekretär durch zwei Ministerialdirektoren mit „Gefahrenzulage“ für das Amt, aber ohne den Titel eines Unterstaatssekretärs, zu entlasten, funktionierte nicht.

Streit zwischen Moskau und Peking

Der seit langem schwelende Konflikt zwischen Peking und Moskau über die außenpolitische Linie wird seit einigen Wochen in der Öffentlichkeit ausgetragen, zuletzt auf dem Parteikongreß in Bukarest.

Frondizi zum Fall Eichmann

Der argentinische Staatspräsident Frondizi erklärte vor der Presse in Bonn auf eine Frage zum Fall Eichmann: „Argentinien verdammte und verdammt die Verbrechen, die von Eichmann begangen wurden, aber es ist nicht zulässig, daß ein Verbrecher aus dem Lande unter Verletzung seiner Souveränität entführt wird.

ZEITSPIEGEL

„Die Welt hat ihren Blick von dem Scherbenhaufen, der von der Pariser Gipfelkonferenz übriggeblieben ist, wieder auf Berlin gelenkt und feststellen könnfen: Das ‚Sensationelle‘ an Berlin ist seine Normalität.

Der neue Sprinterkönig

Am Dienstag, dem 21. Juni 1960, hatte sich der kaufmännische Angestellte Armin Hary aus Frankfurt am Main zum Mittag mit seiner Freundin Christiane in der Stadt verabredet.

Partei unter falscher Flagge

Die eine Seite der kreisrunden Plakette zeigte eine stilisierte Ansicht des Erfurter Domberges, auf der Kehrseite waren die Initialen CDU nebst Friedenstaube und dem Sinnspruch „Ex Oriente pax“ zu erkennen: Es war das Abzeichen der rund zwölfhundert Delegierten, die sich Ende der vergangenen Woche in Erfurt zum 10.

Kabinett am Kongo

Republik Kongo heißt der neue Staat, der am 30. Juni in die Kategorie der selbständigen Staaten eingereiht wurde. Die beiden starken, bisher miteinander rivalisierenden Männer haben sich zur allgemeinen Beruhigung in die beiden höchsten Ämter geteilt: Lumumba wurde Regierungschef, Kasawubu Staatspräsident.

Das Regierungssystem unserer Länder ist falsch

In Baden-Württemberg ist an die Stelle der Allparteien-Regierung eine Mehrheitsregierung aus CDU und FDP getreten, der eine Opposition aus SPD und vielleicht auch BHE gegenübersteht.

Wer muß unter die Soldaten?

Der Bundestag hat das Wehrpflichtgesetz geändert. Er hat einen „elastischen“ verkürzten Grundwehrdienst von einem bis zu sechs Monaten Dauer eingeführt und Wehrübungen von einem Tag bis zu drei Monaten.

Hessen: Geschworene überfordert?

Im Frankfurter Landgericht verhandelt bei drückender Sommerhitze das Schwurgericht, um Licht in das Dunkel um den Tod der Rosemarie Nitribitt zu bringen.

Wenn einer eine Reise tut...

Reisen bildet – so sagt man. Wer jedoch viel reist, wird daran zweifeln, ob Reisen denn auch immer den Geschmack bildet. Will jemand von seiner Reise nicht nur erzählen, sondern auch handfeste Erinnerungsstücke vorweisen können, dann verfällt er auf jene Gruselkabinette des Kitsches, über denen „Souvenir“ steht und deren Inhalt sich überall gleicht – ob am Rhein oder an der Seine, ob am Tiber oder am Niagarafall.

Wozu Akademien?

1s Heinrich Mann 1931 sidenten der Sektion für Dichtkunst Preußischen Akademie der Künste gewäle, hoffte er, diese Akademie würde durchd Entschiedenheit dazu beitragen, dasle Unwetter abzuwenden.

Unsere Sprache: Der Zweite Weltkrieg

Karl Kraus hätte entschiedener, als unsereiner sich heute noch traut, nachgewiesen, daß hinter einer Kleinschreibung wie hinter einem Komma ein ganzes Weltbild sichtbar: werden kann – für Leute, welche ihre Sprache bewußt gebrauchen.

Befreites Afrika

„Aber nicht doch“, wehrte er bescheiden ab, „wenn Sie die Dame meinen, die soeben zur Miß Uganda gewählt wurde – damit habe ich nichts zu tun.

ZEITMOSAIK

Diese Briefmarke zeigt eine Szene aus dem siebenaktigen Drama „Shakuntala“ des großen indischen Lyrikers, Epikers und Dramatikers Kalidasa, dessen Andenken (er lebte im fünften Jahrhundert) die beiden Sondermarken gewidmet sind, die die indische Postverwaltung am 22.

Lotte Lenya

Z-r, Berlin Das kleine Mahagonny“, mit den Texten von Bertolt Brecht und der Musik von Kurt Weill, ist die Spottkantate von den Ganoven, die sich eine Schlaraffenstadt erträumen, in der Whisky und Bier reichlich fließen und auch die Liebe keine zimperlichen Rücksichten zu nehmen braucht.

Mein Gedicht: Die stille Stadt

Zu diesem Gedicht hatte ich schon in meiner frühesten Jugend eine enge Beziehung; mein Deutschlehrer nämlich: ein Kriegskamerad, Freund und Schüler Dehmels – als Autor von Lyrik und Erzählungen auf den Spuren des Größeren wandelnd – stellte uns Sekundanern und Primanern mitunter die absonderlichsten Aufgaben.

Rette, wer kann

In dieser fünften Serie, die sich mit den deutschen Hochschulen beschäftigt, zeigt ein Dozent der Chemie, wie sich ihm sein ebenso kritisch wie liebevoll betrachtetes Fach darstellt.

Unser Seller-Teller Juni 1960

Sommer, Sonne, süße Zeit der sorgloseren Tage – eine Zeit, in der auch gelesen wird, gewiß: aber planloser, unbekümmerter wohl als sonst.

Brach Danzigs wegen der Zweite Weltkrieg aus?

Der Name Burckhardt allein läßt aufhorchen; denn er bedeutet, daß das Buch die lange Reihe der Memoirenwerke nicht nur um einen weiteren Band vermehrt, sondern daß wir eine historiographische Leistung von besonderem Rang erwarten dürfen.

Ein bunter Schmetterling in drei Epochen

Dicke Bücher – so sagt man – haben Erfolg: Dieses hier hat 840 Seiten, und der Verlag hat es in orangenrotem Einband und mit dunkelgrünem Umschlag stattlich herausgebracht.

Falscher Alarm

Kaum glaubte das Bundesernährungsministerium, den Entrüstungssturm der Verbraucher über die Panne mit den Frühkartoffeln überstanden zu haben, da geriet es schon wieder unter Beschuß, und zwar wegen der Buttervorratshaltung.

Die Slums von morgen

Die Bauwirtschaft befindet sich seit Jahren in einer Hochkonjunktur ohnegleichen. Industrie, Handel und Gewerbe, gemeinnützige und freie Wohnungsunternehmen, private Bauherren und nicht zuletzt die öffentliche Hand bauen um die Wette.

Die Air Union macht Fortschritte

Mit anderen wirtschaftlichen Zusammenschlüssen, die im Rahmen der europäischen Integration angestrebt werden, teilt die AIR UNION das Schicksal, Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen zu sein, bevor sie eigentlich recht zum Tragen gekommen ist.

Was der Hauswirt verdient

„Die hohen Kartoffelpreise haben die Bevölkerung mehr als die fünfzehnprozentige Mieterhöhung für Altbauten geärgert“, meint der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Berthold Gramse, zu dem Plan des Bundeswohnungsbauministers Lücke, der stufenweise den Übergang von der Wohnraumbewirtschaftung zum freien Wohnungsmarkt vorsieht.

Posen – Tor nach Polen

Die 29. Internationale Posener Messe, welche vom 12. bis 26. Juni unter Beteiligung von 56 Nationen stattfand, ist bisher die erfolgreichste polnische Nachkriegsmesse gewesen.

ZEIT-RAFFER

Die neuen Habenzinsen werden vom 1. Juli an wie folgt festgesetzt: für Gelder mit Kündigungsfrist unter 3 Monaten 3 vH, mit Kündigungsfrist unter 6 Monaten 3,5 vH, unter 12 Monaten 4 vH, mehr als 12 Monaten 4,75 vH und für Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist 4 vH.

Tempo „40 pro Woche“

Die zentralen Verhandlungen zwischen den Arbeitgeberverbänden der Metallindustrie und der IG-Metall über ein neues Arbeitszeitabkommen wurden in der vergangenen Woche ohne Ergebnis abgebrochen.

Keine Zeit zu verlieren

Eine Warnung an die europäische Investitionsgüterindustrien, durch erhöhte technische und finanzielle Anstrengungen ihren bisher in den industriellen Entwicklungsländern eingenommenen Marktanteil zu sichern, veröffentlicht der Investitionsgüter-Ausschuß der OEEC in einer Studie über die Nachfrageentwicklung nach mechanischen und elektrischen Produkten in den lateinamerikanischen Staaten und Indien.

Wachstum mit Hemmungen

Den französischen Finanzminister Wilfrid Baumgartner haben die Diskonterhöhungen in Frankfurt und London in arge Verlegenheit gebracht.

Zement im Bau-Boom

Die Portland-Zementwerke Heidelberg AG erreichten 1959 mit einer Steigerung des Gesamtversands um 0,67 auf 3,7 Mill. t gleich 22 vH (Zementindustrie insges.

Phoenix-Gummi AG verteidigt ihre Dividende

Nichts liegt für den Aktionär näher, als die Unternehmen gleicher Branche miteinander zu vergleichen, um dann an der Höhe der Dividenden abzulesen, welche Verwaltung besser gearbeitet hat.

Kritik an der Schiffbaufinanzierung

Bei der Deutschen Schiffsbeleihungsbank (Hamburg) ist 1959 der Hypothekenbestand auf 273 (i. V. 221) Mill. DM gestiegen. Die Neuausleihungen von 76 (89) Millionen verteilen sich mit etwa den gleichen Quoten wie in den Vorjahren auf die Sparten See-, Küsten- und Binnenschiffahrt, wobei insgesamt 53 Neubauten (mit 55,5 Mill.

An der Börse marschierten die Montane!

Wieder einmal haben die deutschen Börsen turbulente Tage hinter sich. Den Anstoß dafür gaben in der vergangenen Woche die Ausländer, die sich bei den IG-Farben-Nachfolgern und bei Siemens in großen Beträgen engagierten.

Scholven im Heizölgeschäft

Der Jahresbericht der Scholven AG (Gelsenkirchen-Buer) für 1959 läßt einen überdurchschnittlichen Geschäftsaufschwung erkennen.

Keine Zusatzaktien bei Linde’s Eis

Für die Gesellschaft für Linde’s Eismaschinen AG, Wiesbaden, war das Geschäftsjahr 1959 erfolgreich. Es wurde gut verdient, und zwar nicht nur aus dem laufenden Geschäft.

Im Schatten der Bundesbahn

Die Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank ist die Hausbank der Bundesbahn für die kleinen Geld-Geschäfte. Die großen Transaktionen, wie den Absatz von Schuldverschreibungen, wickelt sie unter Führung der Deutschen Bundesbank ab, die ihr überdies einen Kreditplafond von 400 Mill.

Aus der Assekuranz

Das oberste Organ der Landschaftlichen Brandkasse, der Brandkassenausschuß, unter dem Vorsitz von Landschaftspräsident, Landesbischof D.

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