Republik Kongo heißt der neue Staat, der am 30. Juni in die Kategorie der selbständigen Staaten eingereiht wurde. Die beiden starken, bisher miteinander rivalisierenden Männer haben sich zur allgemeinen Beruhigung in die beiden höchsten Ämter geteilt: Lumumba wurde Regierungschef, Kasawubu Staatspräsident. Das Kabinett der ersten kongolesischen Regierung umfaßt 22 Minister, die aus zehn verschiedenen Parteien kommen. Nicht darunter ist Moise Tschombe, der maßvolle Chef des "Conakat", der führenden Partei Katangas – ein Mann, der von der machtvollen belgischen Union Minière unterstützt worden ist.

Manche Beobachter glauben, es könne Unheil daraus erwachsen, daß dieser Mann in der Regierung fehlt. Sie fürchten, der übergangene Tschombe könnte Lust bekommen, die reiche Provinz Katanga abzuspalten. Zwar hat Lumumba der "Conakat"-Partei das Wirtschaftsministerium gegeben, aber erst, nachdem er dessen Einfluß reduziert hatte durch Errichtung eines Ministeriums für Außenhandel und eines weiteren für wirtschaftliche Koordination und Planung (das mit einem seiner Parteigenossen besetzt wurde).

Wenn die Kongolesen das Regieren ebenso rasch lernen wie das parteipolitische Finassieren – keine Partei ist älter als drei Jahre –, dann mag man zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Dff.