Für die Gesellschaft für Linde’s Eismaschinen AG, Wiesbaden, war das Geschäftsjahr 1959 erfolgreich. Es wurde gut verdient, und zwar nicht nur aus dem laufenden Geschäft. Es fielen vielmehr im erheblichen Umfange auch außerordentliche Erträge aus der Auflösung nicht mehr notwendiger Rückstellungen und Wertberichtigungen an. Die Verwaltung schlägt deshalb der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende von 17 vH (im Vorjahre waren es 15) vor. Außerdem werden die Rücklagen um 7,5 Mill. DM gestärkt.

Das alles ist ein blendendes Ergebnis, über das sich die Aktionäre zweifellos freuen werden. Der Umsatz erhöhte sich um 10,5 vH auf 433 Mill., der Auftragsbestand zu Ende des Geschäftsjahres 1959 übertraf, vor allem durch die Belebung des Großanlagegeschäfts, den Vorjahreswert um etwa 48 vH. Diese Entwicklung geht weiter.

Dies ist des Segens ein wenig viel; die Bäume aber wachsen nicht in den Himmel. Auf der Pressekonferenz konnte man vielmehr hören, daß sich die Anzeichen für einen etwas ruhigeren Verlauf im zweiten Quartal 1960 mehren. Darüber ist man in Wiesbaden nicht böse. Große Umsätze, gefüllte Orderbücher und steigende Kosten, (Lohnerhöhungen stehen vor der Tür, die bald auch zu Preiserhöhungen im Dienstleistungsgewerbe, vor allem bei Energie, Verkehr usw. führen werden) sind in der Regel mit dem Zwang zu Investitionen verbunden. Ihnen vermag sich auch Linde nicht zu entziehen. Der Zugang zu dem Anlagevermögen betrug im vergangenen Jahre 42 Mill. DM. Davon wurden etwa 30 Mill. DM aus den Abschreibungen verdient. Der Rest von 12 Mill. DM kommt aus anderen Quellen Das Jahr 1960 wird kaum minder hohe Anforderungen stellen. Ob die Abschreibungen ausreichen, läßt sich im Augenblick noch nicht erkennen; sicher ist es keinesfalls. Möglicherweise wird auch Linde an eine Kapitalerhöhung denken müssen, zumal das Verhältnis der eigenen Mittel (Grundkapital 51,4 Mill., Rücklagen 31,2 Mill. DM) zu den Anlagen (102 Mill. DM) auch unter Berücksichtigung der Tatsachen, daß, wenn man die langfristigen Verbindlichkeiten hinzurechnet, eine Überdeckung von 6 vH besteht, nicht ganz klassischen Vorstellungen entspricht. Aber auch hierüber liegen noch keinerlei Beschlüsse, möglicherweise noch nicht einmal feste Vorstellungen der Verwaltung vor. Eins wurde allerdings deutlich gesagt, nämlich, daß das Verhältnis der Rücklagen zum Grundkapital im Hinblick auf die Risiken des Großanlagegeschäftes als verbesserungsfähig gilt. Angestrebt wird eine Relation 100:100 in Anpassung an internationale Gepflogenheiten. Man will bei Linde, wenn weiter gute Jahre kommen, die Rücklagen weiter stärken und sie nicht etwa in Aktienkapital umwandeln. Die Erwartungen, daß Linde Zusatzaktien ausgeben wird, sind also unbegründet. W. R.

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Die Carl F. W. Borgward GmbH In Bremen hat vor kurzem in Boston/USA die "Borgward Motors Corporation" gegründet. Zweck dieser selbständigen Firma ist der Import von Borgward-Erzeugnissen in die Vereinigten Staaten.