Nichts liegt für den Aktionär näher, als die Unternehmen gleicher Branche miteinander zu vergleichen, um dann an der Höhe der Dividenden abzulesen, welche Verwaltung besser gearbeitet hat. Diesen Versuch unternahm ein Aktionär auf der Hauptversammlung der Phoenix-Gummiwerke AG, Hamburg-Harburg, aber, wie sich im Laufe der Diskussion herausstellte – seine Vergleiche hinkten. Jede Unternehmensstruktur ist nämlich verschieden, die Produktionsprogramme stimmen niemals überein, außerdem sind die Lohnkosten von Stadt zu Stadt anders gelagert. Ein Unternehmen wie Phoenix-Gummi, das nur zu 50 Prozent in der Reifenfertigung steckt, muß zwangsläufig zu anderen Lohnkosten kommen als eine reine Reifenfabrik. Im übrigen machte die Verwaltung aus ihrer "vorsichtigen" Dividenden- und Kapitalpolitik kein Hehl; sie ist der Überzeugung, damit den Aktionären am besten zu dienen. Sie hält auch nichts von der Umwandlung der Rücklagen in Aktienkapital, sondern zog in der Vergangenheit niedrige Bezugskurse bei Kapitalerhöhungen vor. Auch die Aufteilung der Ausschüttung (für 1959) in Dividende (11 Prozent) und Bonus (3 Prozent) soll als ein Zeichen von Vorsicht gewertet werden.

Phoenix-Gummi steht vor wichtigen Investitionen. Dafür werden 1960 rund 15 bis 16 Mill. DM gebraucht werden. Deshalb offensichtlich die Schaffung des genehmigten Kapitals von 10 Mill. DM. Wann es ausgenutzt wird, steht noch nicht fest. K. W.