• MOSKAU/GENF – Die Sowjetunion wird verstärkt aufrüsten. Ministerpräsident Chruschtschow nannte das nach dem Scheitern der Genfer Abrüstungsverhandlungen "eine heilige Pflicht". Moskau hat die Zehnmächteberatungen im UNO-Ausschuß, die seit Mitte März geführt worden waren, abgebrochen und die Abrüstungsfrage an die Vollversammlung zurückverwiesen.

Der Rüstungswettlauf kommt wieder auf Touren. Keine Chance mehr für die Abrüstung auf lange Zeit. Die sowjetischen Maßnahmen werden den Westen zu einer Revision seiner Verteidigungsplanung zwingen.

  • DORTMUND – Die Industriegewerkschaft Bergbau und die Gewerkschaft Chemie, Papier, Keramik haben ein Organisationskartell gegründet, das die Tarifpolitik koordinieren und die gegenseitige Abwertung von Mitgliedern verhindern soll. Auch die Gewerkschaft Öffentliche Dienste will diesem Kartell beitreten.

Ein origineller Weg der Antikartellkämpfer zur Überwindung ihrer Schwierigkeiten: Kartellbildung.

  • WASHINGTON – Rechenschaftsbericht Eisenhowers nach seiner Rückkehr: Die Ratifizierung des amerikanischjapanischen Sicherheitsvertrages ist eine Niederlage für Moskau und Peking und – zusammen mit seiner Fernost-Reise – bedeutsamer als die Absage aus Japan.

Trotz persönlicher Schlappen in Paris und Tokio setzt Eisenhower weiter auf die Besuchsdiplomatie der Staatsmänner.