Zur Zeit befinden sich zwanzig afrikanische Minister in der Bundesrepublik. Sie kommen aus Mali, Dahomey, Niger, Tschad, Madagaskar und von der Elfenbeinküste. Also aus sechs verschiedenen Staaten der französischen Communauté. Es war nicht ganz leicht, sie nach Deutschland zu bekommen – Frankreichs Liebe zu den ehemaligen Kolonialgebieten ist so groß, daß man deren Abgesandte gern mit Beschlag belegt.

Die meisten dieser Minister kennen von Europa nur Paris und von Afrika nur ihr eigenes Land. So wird diese Deutschlandreise für sie recht eindrucksvoll sein: eine Besichtigung von Krupp, Demag, Mannesmann, Union Matex, Oberhausen und der Guten-Hoffnungs-Hütte (der übrigens die Initiative zu dieser Einladung zu verdanken ist), ferner eine Fahrt nach Berlin und ein Empfang bei Kanzler Adenauer.

Über kurz oder lang werden die afrikanischen Minister des Reisens ebenso überdrüssig sein wie alle anderen auch – aber die ersten Eindrücke, die wischt auch dann niemand mehr weg. Man lade also sobald wie möglich so viele Afrikaner als irgendmöglich ein. D