DIE ZEIT

Börsen-Hausse

Es handelt sich, in gewissem Sinne, um eine "klassische" Hausse. Nicht nur die Börse erzielt Rekorde, auch die Aktivität der Wirtschaft läuft auf Höchsttouren.

Castros gefährlicher Coup

Fidel Castro Urwaldkämpfer von einst und Miniaturdiktator von heute, hat sein Regime und sein Land in eine überaus prekäre Lage manövriert.

Das Ende der Konservativen

Nun gibt es also in Bonn keine konservative Partei mehr. Über hundert Jahre, seit 1848 die erste konservative Partei in Deutschland in Auflehnung gegen die liberale Märzrevolution gegründet wurde, hatten die Konservativen immer eine Fraktion – erst im preußischen Abgeordnetenhaus, dann im Reichstag und in Weimar und schließlich im Bundestag.

Auriol distanziert sich

Auf den von – der neuen französischen Verfassung eingerichteten "Verfassungsrat" hatte man hohe Hoffnungen gesetzt. Dieser höchste Schiedsgerichtshof sollte einen Ausgleich bieten gegenüber der unglücklichen Vermengung von Exekutivgewalt und Repräsentivfunktion in der Staatsspitze, nämlich im Amte des Präsidenten der Republik.

Gescheiterte FLN-Verhandlungen

Der auf die französisch-algerischen Verhandlungen bezogene Pessimismus hat sich als berechtigt erwiesen: Diese von soviel Hoffnung begrüßten Verhandlungen sind schon in ihrem vorbereitenden Stadium, wenn nicht abgebrochen, so doch suspendiert worden.

Das Edikt von Bukarest

Werden die ideologischen Götter entthront? – Die neue Außenpolitik des Ostblocks

Nun doch Raketen?

Es wird wieder darüber gesprochen, ob in der Bundesrepublik weittragende Raketen stationiert werden sollen, die vom Rhein bis nach Moskau reichen.

Afrika an der Ruhr

Zur Zeit befinden sich zwanzig afrikanische Minister in der Bundesrepublik. Sie kommen aus Mali, Dahomey, Niger, Tschad, Madagaskar und von der Elfenbeinküste.

Herbert Wehner antwortet

Ein ZEIT-Interview nach, der Bundestagsdebatte – "Manche Sozialdemokraten müssen erst begreifen..."

ZEITSPIEGEL

"Die ehemaligen Soldaten der alten kgl. bayerischen Armee empfinden es als eine unerhörte Brüskierung, daß beim Zapfenstreich anläßlich des Gebirgsjägertreffens am 18.

Spaniens Nationalheld Pujol

Der 31jährige Dr. med. Jordi Pujol ist in Barcelona von einem politischen Gericht zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt worden.

Des Barons Hobby : Politik

Er sieht so aus, wie man sich einen kaiserlichen Gardeleutnant vorstellt. Das etwas hochmütige, etwas gelangweilte Gesicht wirkt, als gehöre es zu einer Uniform mit hohem, goldbesticktem Kragen.

Runderlaß betr. "Abessinien"

Schleswig-Holsteins Innenminister Dr. Lemke mußte sich mit einem delikaten Thema befassen. Ihm war zu Ohren gekommen, daß nicht nur die Nord- und Ostseebäder den Strand für Freikörperkultur immer mehr ausdehnen, sondern daß auch dort "ohne" gebadet wurde, wo weder Ordnungsämter noch sonstige Behörden dazu die Erlaubnis gegeben haben.

Bayern: Doris hatte keine Schuld

Die "Schwarze Doris" hatte den zwanzigjährigen Matrosengefreiten Georg Ziegldrum kennengelernt – wie das halt so geht: in einem Münchner Nachtlokal.

Niedersachsen: Mißglückte Finte

Wenige Stunden vor der festgesetzten, Urteilsverkündung vor zwei Wochen hatte der "Feuerteufel" von Lüneburg, der 20jährige Hilfsarbeiter Herbert Rademacher, sich eine Überraschung erdacht, die schließlich dazu führte, daß nicht das Urteil, sondern die Wiederaufnahme des Verfahrens verkündet wurde: In einer persönlichen Unterredung hatte der Brandstifter dem Staatsanwalt "gestanden", daß er nur einen Teil der ihm zur Last gelegten und von ihm nur aus Eitelkeit zugegebenen 53 Straftaten begangen habe.

Berlin: Für fünfzig Mark Kopfgeld

Der 17jährige Reichsbahnarbeiter Lothar Kuben aus Falkensee bei Berlin ist zu unerwarteter Berühmtheit gekommen, seitdem er in den Morgenstunden des 21.

Bei Shakespeare & Co.

Die literarische Frage, was modern ist, die den Zeitgenossen so auf den Nägeln brennt, als hätten sie Angst, bereits unmodern zu sein, ehe die Frage beantwortet ist – diese Frage habe ich mir jahrelang für den häuslichen Gebrauch so zurechtgelegt: modern ist, was man in der Buchhandlung noch nicht zu herabgesetzten Preisen kriegt.

Empört sich niemand?

In Bremen wurde kürzlich eine Mädchenschulklasse über ihren Geschmack und ihre Wünsche auf dem Gebiete der Musik befragt. Das Ergebnis war weder erhebend noch erstaunlich: Nur 9 vH wünschten klassische Musik, 11,5 vH erwärmten sich für das Volkslied, 1,4 vH erklärten sich für den Jazz, 77,1 vH aber begeisterten sich für den Schlager und die Schnulze.

Carl Schuricht

In diesen Tagen vollendete der Dirigent Carl Schuricht sein achtzigstes Lebensjahr. Wir haben Ursache, mit Bewunderung und Dankbarkeit dieses Mannes zu gedenken, dessen Ruhm begründet liegt in seiner unbestechlichen geistigen Haltung dem Kunstwerk gegenüber.

Was soll ich tun?

Lesen ist schrecklich. Wenn ich vom Helden höre, daß er sich zum Denken anschickt: "...er runzelte die Stirn und preßte streng die Lippen aufeinander .

ZEITMOSAIK

Der französische Kultusminister André Malraux will den Louvre in Paris in Etappen zum größten Museum der Welt ausbauen lassen.

Selbstkritik

Der totalitären Behandlung der Künste halten wir die Freiheit der demokratischen Kultur entgegen. Aber wie uns allen bekannt ist, unterliegen die Künste auch bei uns gewissen Beschränkungen.

Eine gewisse Veranlagung

Gerade hatte er seinen 85. Geburtstag gefeiert – diese Freude hat Freund Hein ihm noch gelassen, dann nahte er ihm respektvoll und still: Eine tiefe Ohnmacht kam über den alten Kämpen.

Genie malte nach Postkarten

Maurice Utrillo und Suzanne Valadon sind bis September im Haus der Kunst in München ausgestellt. Die Eröffnung der Ausstellung muß schrecklich gewesen sein.

Erschütternder Sehwanengesang

Friederike, jene Rittergutsbesitzerstochter des vergangenen Jahrhunderts, als schlesische Nachtigall zu preisen, ist man mit Recht nicht müde geworden.

Mein Gedicht: Der Krieg

Das Gedicht stammt aus dem Jahre 1911. Es erschien im Todesjahr Georg Heyms, der vierundzwanzigjährig im Januar 1912 beim Eislaufen auf dem Wannsee bei Berlin einbrach und ertrank.

Verse, lapidar und musikalisch

Man ist neugierig, was denn daran sei, man blätert, liest, wird von harten Fügungen ohne Gedankenbrücke bedrängt, von einer neuen kühlen Bildersprache bestrickt.

Zu leicht befunden

Das passiert in letzter Zeit immer häufiger: der Briefträger klingelt an der Tür, überreicht dem erwartungsvoll öffnenden Wohnungsinhaber eine ordnungsgemäß frankierte Postkarte und sagt: "Sie müssen leider Nachporto bezahlen, 15 Pfennig.

Selbstlob des Rubels

Jovial, aber für Österreichs Wirtschaftsführer doch etwas zu naiv, waren die Erklärungen Chruschtschows, weshalb zwischen Österreich und der Sowjetunion nur ein wertmäßig ausgeglichener Warenhandel möglich sei.

Stahl aus Ägypten

Der zweite Hochofen des von der Demag errichteten Hütten- und Stahlwerks in Kairo-Heluan ist Ende Juni angeblasen worden. Die Produktion dieses ersten ägyptischen Stahlwerkes auf Erzbasis wird damit rund 250 000 t im Jahr erreichen.

Eine AG für Europa

Juristen und Wirtschaftsfachleute aus den sechs Ländern der EWG haben, in Anwesenheit von amerikanischen, österreichischen und schweizerischen "Beobachtern", kürzlich in Paris eine interessante Diskussion über die Möglichkeiten der Vereinheitlichung des Gesellschaftsrechtes in den europäischen Ländern sowie die Schaffung einer "Aktiengesellschaft von europäischer Form" abgehalten.

Alles nicht so schlimm

Aus dem vieldiskutierten Vorschlag des österreichischen Bundeskanzlers von Anfang März, des wirtschaftlichen Überschwangs durch einen befristeten Lohn-Preis-Stopp Herr zu werden, ist nach langen Gesprächen und Verhandlungen eine schlichte Empfehlung an alle Beteiligten geworden, Disziplin zu wahren.

Zwei Seelen in einer Brust

Die Bundesbahn nach wie vor zur Sozialpolitik gezwungen – Kaufmännisches Verhalten abgewürgt

ZEIT-RAFFER

Die Preise für Bauleistungen steigen weiter. Der Index liegt z. Z. mit 131 (1954 gleich 100) um 3,2 vH höher als im Februar und um 8,2 vH höher als vor einem Jahr.

Vereinsmeierei der Spekulanten

Wie einer der jüngsten und erfolgreichsten britischen Investment-Klubs – "Novocastrian" in Newcastle – dieser Tage bekanntmachte, haben seine 40 Gründungsmitglieder im ersten Geschäftsjahr 2540 Pfund gespart und in Wertschriften angelegt, deren Marktwert sich zum Abschluß der Berichtsperiode auf 3570 Pfund summierte.

Häßlichkeit verkauft sich schlecht

Damals gab es in der Bundesrepublik knapp 3000 Selbstbedienungsgeschäfte. Heute gibt es über 17 000, und es zweifelt inzwischen auch bei uns niemand mehr daran, daß die These "Gut verpackt ist gut verkauft" stimmt.

Recht und Wirtschaft: Nichtwissen schützt nicht vor Strafe

Auch Handelsgebräuche und Verkehrssitten passen sich der "Mode" an. Daran ändert die erfreuliche Tatsache nichts, daß die Grundbegriffe des ehrsamen Kaufmanns von dereinst, ohne zu veralten und zeitfremd zu werden, kraftvoll weiterbestehen.

Pariser Börse:: Die Ferien fallen aus

Die Pariser Börse hat sich zur Zeit von politischer Beeinflussung weitgehend freigemacht. Die Unterbrechung der vorbereitenden Verhandlungen über ein Algerien-Abkommen hat, da niemand mit schnellen Erfolgen rechnete, die Börse nicht in Erstaunen gesetzt und ihre Kauffreudigkeit kaum beeinflußt.

+ Weitere Artikel anzeigen