Von John Patrick,dessen "Kleines. Teehaus" einen Aufführungsrekord auch an deutschen Bühnen erzielt hat, brachte Frankfurt "Eine etwas sonderbare Dame" auf den Bildschirm. Eine vergnügliche Geschichte, in der die Erbin von zehn Millionen Dollar durch ihre Kinder ins Nervensanatorium gesperrt wird, weil Frau Savage mit dem Geld ihres verstorbenen Mannes möglichst vielen Menschen einen "verrückten" Traum erfüllen will – wähnend, das mache die Beschenkten glücklich.

Unter den Geistesgestörten in der "Villa Waldfriede" ist sie sicherlich die einzig "Normale", zumal Lil Dagover außer ihrem sprichwörtlichen Charme eine im Fernsehen durchschlagende Kraft der Persönlichkeit mitbrachte. Klaus Wagners Regie hatte auch die "Irren" sehr menschlich erfaßt und ihren "Tick" fein isoliert. Verwunderlich nur, daß dieser "moderne" Spielleiter sich plötzlich in das für ihn neue Bildmedium verliebte und am Ende mit einer sentimentalen Trickrückschau den Sinn des Stückes verfehlte, den Rat des Arztes: "Schließen Sie Freundschaft mit der Einsamkeit." Mrs. Savage war in ihrem Willen, wohlzutun, nämlich doch wahnbefangen... –c–