o. f., Lüneburg

Wenige Stunden vor der festgesetzten, Urteilsverkündung vor zwei Wochen hatte der "Feuerteufel" von Lüneburg, der 20jährige Hilfsarbeiter Herbert Rademacher, sich eine Überraschung erdacht, die schließlich dazu führte, daß nicht das Urteil, sondern die Wiederaufnahme des Verfahrens verkündet wurde: In einer persönlichen Unterredung hatte der Brandstifter dem Staatsanwalt "gestanden", daß er nur einen Teil der ihm zur Last gelegten und von ihm nur aus Eitelkeit zugegebenen 53 Straftaten begangen habe. An dem "Rest" sei seine 18jährige Schwester Inge mitschuldig, weil sie ihn dazu angestiftet habe.

Heute steht fest: Inge Rademacher, die nach dieser belastenden Aussage ihres Bruders sofort verhaftet und in das Lüneburger Untersuchungsgefängnis eingeliefert wurde, ist nicht mitschuldig. Sie habe, so erklärte sie vor Gericht, ihren Bruder immer ermahnt, die Brandstiftungen zu unterlassen, aber er habe nicht auf sie gehört. Das letzte Wort des Angeklagten lautete: "Ich habe nichts dazu zu sagen; das stimmt so ziemlich

Das Urteil des Gerichts, am vergangenen Montag gefällt, entsprach dem Strafantrag des Staatsanwalts. Herbert Rademacher wurde für fünfzehn Jahre hinter Zuchthausgitter geschickt.