Die britischen Investment-Klubs

Wie einer der jüngsten und erfolgreichsten britischen Investment-Klubs – "Novocastrian" in Newcastle – dieser Tage bekanntmachte, haben seine 40 Gründungsmitglieder im ersten Geschäftsjahr 2540 Pfund gespart und in Wertschriften angelegt, deren Marktwert sich zum Abschluß der Berichtsperiode auf 3570 Pfund summierte. Der Klub hat einen Gewinn von 1030 Pfund erzielt.

Das alles ist natürlich vor dem Hintergrund einer ausgesprochen freundlichen Börsenentwicklung zu sehen. Höchstwahrscheinlich wäre der simple Kauf von Investment-Zertifikaten kaum weniger rentabel gewesen, wie es umgekehrt auch Klubs gibt, denen es 1959 schlecht erging. Als neues Mittel zur Vereinfachung des kleinen Effektensparens haben sich aber die vor neun Jahren in USA entstandenen Investmentklubs auch in England bereits durchgesetzt.

Ihre augenblickliche Zahl wird auf rund 450 geschätzt, großteils organisiert in der National Association of Investment Clubs London und in der Association of Investment Clubs, Liverpool, Bei fortdauernd reger Gründungstätigkeit und unter Zugrundelegung einer wöchentlichen Sparquote von durchschnittlich 1 Pfund je Mitglied wäre ihre Mittelaufbringung und Investition schon in einigen Monaten über eine jährliche Rate von 50 000 Pfund (ungefähr 6 Mill. DM) hinausgeklettert. Die "Bewegung" faßt daher neue Ziele ins Auge.

Auf den 6., 7., und 8. Juli hat sie Vertreter der (mit einem Gesamtportefeuille von rund 150 Mill. Dollar arbeitenden) 20 250 amerikanischen Klubs, wie auch die holländischen, neuseeländischen, kanadischen und japanischen "Fachorganisationen" nach London geladen, um das Für und Wider der Schaffung einer Welt-Föderation zu diskutieren.

Die den Investment-Klub tragende Idee ist natürlich die, daß 20 bis 40 am Wohnort oder Arbeitsplatz benachbarte Menschen vereinbaren, regelmäßig eine bestimmte Summe, beispielsweise 1 £ je Woche, zu sparen und gemeinsam in Wertpapieren anzulegen, deren Auswahl in regelmäßigen, vielleicht monatlichen Zusammenkünften beraten und festgelegt werden soll.

Der Klub macht es seinen Mitgliedern möglich, mit relativ bescheidenen Einzelbeträgen ein wohlsortiertes Gemeinschaftsportefeuille aufzubauen, das in bezug auf Risikoverteilung die Vorteile der Anlage in Zertifikaten gewährt, ohne in der Verwaltung auch nur annähernd so teuer zu sein: die von britischen Investmentgesellschaften verrechneten Spesen summieren sich auf knapp 14 vH, verteilt über 20 Jahre hinweg, bei einer Eingangsbelastung von 5 vH. Darüber hinaus vermittelt der Klub seinen Mitgliedern eine gewisse Investment-Schulung und wird damit zum Trainingsfeld für später selbständige und in größerem Maßstabe anlegende Investoren.