FÜR jeden, der sich systematisch mit der Weltliteratur auseinandersetzen muß oder möchte – Hanns W. Eppelsheimer: "Handbuch der Weltliteratur" – Von den Anfängen bis zur Gegenwart; Vittorio Klostermann, Frankfurt a. M.; XIV + 808 S., kart. 59,50 DM, Ln. 65,– DM. ES ENTHÄLT bibliographische Angaben über etwa

tausend Dichter aller Zeiten und Kulturkreise, von der chinesischen Literatur bis zu den Klassikern der Moderne, von Konfuzius bis Lorca: über ihre Werke und über die bedeutendsten biographischen und kritischen Studien. Es enthält ferner einen Schriftennachweis zu den wichtigsten Sachgebieten der Literaturwissenschaft (... Bänkelsang, Ballade, Brief...), knappe, wohlabgewogene, aber nie unverbindlich-vage Charakterisierungen der einzelnen Literaturen und Dichter – und nicht zuletzt vorzügliche Register.

ES GEFÄLLT nicht nur (das Wort "gefallen" wäre sowieso viel zu blaß angesichts des enormen bibliographischen Wissens und der unendlichen Mühe, die in ein solches Werk gesteckt werden mußte) – es ist schlechthin unentbehrlich für jede ernsthaft forschende Beschäftigung mit der Literatur. Professor Eppelsheimer, der große deutsche Meister der Bibliographie, der seine Kraft zuletzt für die Einrichtung der vorbildlichen Deutschen Bibliothek in Frankfurt eingesetzt hat, hatte schon mit der ersten Auflage 1937 ein Standardwerk geschaffen, dessen Horizont freilich – entsprechend den damaligen politischen Verhältnissen – zwangsweise eingeengt werden mußte; die zweite Auflage aus dem Jahre 1947 konnte nur wenige Zusätze nachtragen – am so gründlicher hat Eppelsheimer das Werk jetzt überarbeitet und ergänzt. Aus dem unübersehbaren Meer der Sekundärliteratur, und zwar keineswegs etwa nur der deutschen, wurde so fair wie möglich das Wichtigste ausgewählt – so daß ein einziger dicker aber handlicher Band jetzt die ganze respektheischende Fülle des Materials faßt. D. E. Z.