Es geht um Lieschen Müller!

Sehr geehrter Herr Securius!

Jede Woche kaufe ich Ihr geschätztes Blatt, und so gern ich manche Artikel des Herrn Müller-Marein und der Gräfin Dönhoff lese, geht es mir doch in erster Linie um den Wirtschafts- und Börsenteil, der mir nach den eigentlichen Fachblätfern, die ich nicht verfolgen kann, als das Beste auf diesen Gebieten erscheint, was uns Bundesdeutschen geboten wird.

Auch gestern las ich wieder mit großem Interesse Ihr "Gespräch am Bankschalter". Jeder zerbricht sich ja z. Z. den Kopf darüber, wie lange das so gufgehen kann.

Aber ich muß Ihnen ehrlich sagen, daß ich recht enttäuscht bin über Ihre Bemerkung über Lieschen Müller. War das nötig bei einem so ausgezeichneten Journalisten? Warum schreiben Sie nicht "Herr Meier" oder "Herr Schulze" hätten sich nicht mehr so stark beteiligt? Denn wenn es auch eine nennenswerte Zahl von Aktionärinnen geben mag, Aktionäre, die das Geschehen an der Börse beeinflussen, ohne daß ich die großen Kapitäne wie etwa Flick oder Kroges einbeziehen will, gibt es bestimmt bedeutend mehr. Ich weil; auch, daß manche kleine Käufe auf den Namen von Frauen getätigt werden, obwohl man sie faktisch nur als "Strohfrauen" bezeichnen müßte, da ihre Männer sich ihrer bedienen, um gesetzliche Bestimmungen zu umgehen.

Bitte, nehmen Sie sich die Zeit und überlegen, ob es nötig ist, sich einer so abgenutzten und billigen Wendung wie "Lieschen Müller" zu bedienen.

(Frau) Eleonore Krauss, Köln.