Die Hamburg-Amerika-Linie (Hapag) wird für 1959 wieder keine Dividende ausschütten. Trotz Steigerung der Frachteinnahmen hat sich das Reederei-Ergebnis leicht auf 59,4 (59,9) Mill. ermäßigt, da zur gleichen Zeit die Aufwendungen stärker gestiegen sind als die Erträge. Infolgedessen ergab sich nur ein Reingewinn von 0,047 Mill. DM, der den Gewinnvortrag auf 0,07 Mill. DM erhöht. Nichts deutet im Jahresbericht für 1959 darauf hin, daß sich die Lage in der Schiffahrt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres grundlegend geändert hat, so daß man wohl auch 1960 wieder mit einem dividendenlosen Jahr rechnen kann.

Die Ursachen für die schwierige Situation in der Handelsschiffahrt liegen auf der Hand: Das Mißverhältnis zwischen Ladungs- und Tonnageangebot bestand weiter. Infolgedessen schlechte Frachtraten. Außerdem wirken sich die staatlichen Protektionsmaßnahmen zugunsten der nationalen Flagge vieler Länder aus, denen auf privatwirtschaftlicher Ebene nicht begegnet werden kann. Immerhin sieht die Hapag einige Lichtblicke. Sie liegen im wesentlichen in der besseren Zusammenarbeit zwischen der deutschen Außenhandelswirtschaft und der Handelsflotte. Dieser Rückhalt im Potential der deutschen Ein- und Ausfuhr rechtfertigt deshalb nach Ansicht der Verwaltung weiterhin die Auffassung, daß nach dem Abbau des derzeitigen Tonnageüberschusses der Welthandelsflotte die Grundlagen für eine gesunde Beschäftigung der Flotte der Hapag vorhanden sind.

Dieser Optimismus muß auch bei der Auftragsvergabe von vier neuen Frachtmotorschiffen Pate gestanden haben, von denen das erste noch in diesem Jahr geliefert werden soll, die anderen drei erst 1961. Im Geschäftsjahr 1959 hat sich die Flotte um drei neue Frachtschiffe sowie um ein angekauftes Schiff vergrößert. Damit bestand die Frachtschiffsflotte aus 48 Einheiten von zusammen 407 659 tdw. Die Reedereileitung glaubte, mit der Neubestellung von Schiffen nicht mehr länger warten zu sollen, denn die Baupolitik muß langfristig orientiert bleiben. -ndt

Die Commerzbank hat Direktor Günther Eberhard, bisher Mitglied ihrer Auslands-Direktion Düsseldorf, zum Delegierten für Südamerika mit Sitz in Rio de Janeiro bestellt. Direktor Eberhard, der bis 1957 in Südamerika tätig war, wird die Interessen der Bank im gesamten lateinamerikanischen Raum zusätzlich zu den bereits in Rio und Buenos Aires bestehenden Auslandsvertretungen wahrnehmen. Das Büro des Commerzbank-Delegierten für Südamerika befindet sich in Rio de Janeiro, Rua Joaquim Nabuco 171. Caixa Postal 4301, Telefon: 27-1936.