Z. Frankfurt

Gott sei Dank", seufzten im Schwurgerichtssaal des Frankfurter Landgerichts ein paar junge Mädchen erleichtert, als der Pohlmann-Prozeß mit einem Freispruch endete. Im Zuhörerraum rauschte der Beifall auf wie nach einer gelungenen Theatervorstellung. Das war keine Sympathiekundgebung für den Angeklagten, sondern die Zustimmung der Öffentlichkeit zu der Entscheidung des Gerichts.

"Rosen für den Staatsanwalt" wurden dagegen nicht verteilt. Die Hartnäckigkeit, mit der die Anklage sich darauf versteift hatte, daß Pohlmann der Nitribitt-Mörder sein mußte, stand in einem Mißverhältnis zur Fragwürdigkeit der Indizien und zu dem Ergebnis der Beweisaufnahme. Dabei ist es doch wahrhaftig nicht die Aufgabe der Staatsanwaltschaft, um jeden Preis anzuklagen und Strafanträge zu stellen, sondern mitzuhelfen an der Wahrheitsfindung – auch wenn die Wahrheit nachher anders aussehen sollte, als es zunächst in der Anklageschrift stand.