In vollem Umfang hat die über die VEBA zu 83,6 vH im Bundesbesitz befindliche Preussische Elektrizitäts-AG, Hannover, 1959 an der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung partizipiert. Im eigenen Versorgungsgebiet und dem ihrer stromerzeugenden Töchter, der Nordwestdeutsche Kraftwerke AG und der Kraftwerk Kassel GmbH, hat sich der Stromabsatz um 11,2 nach vorher 8,7 vH auf 6,2 Mrd. kWh erhöht. Um diesen Bedarf decken zu können, wurde die Erzeugung der konzerneigenen Kraftwerke um 8,4 (7,2) auf 6,1 Mrd. kWh gesteigert, außerdem wurden 1,2 (1,1) Mrd. kWh hinzugekauft. Der Fremdumsatz der Preussenelektra und ihrer Tochtergesellschaften, an denen sie mit 50 Prozent und mehr beteiligt ist, wird mit 761,7 nach vorher 709,8 Mill. DM genannt.

Der wachsende Anteil des Stromverkaufs am Gesamtgeschäft sowie der ständig größer werdende "Kilowatt-Hunger" der Wirtschaft bestimmten, wie der Vorstand es formulierte, die Investitionen des Berichtsjahres; der steigende Bedarf zwingt aber auch in den folgenden Jahren zu einem ständig wachsenden Investitionsaufwand. Immerhin ist während der ersten fünf Monate des neuen Geschäftsjahres der Stromabsatz gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres bereits weiter um 12,2 vH gestiegen.

1959 bedeutete mit einem Aufwand von etwa 74 Mill. DM das Jahr der höchsten Investitionen seit Bestehen der Preussenelektra, wobei etwa 50 Mill. DM in die Erzeugungsanlagen gegangen sind. Im gesamten Konzernbereich erreichten die Investitionen im Berichtsjahr 210 Mill. DM, seit der Währungsreform etwa 1,7 Mrd. DM, wovon etwa 60 vH aus eigenen Mitteln aufgebracht werden konnten. Für das laufende Jahr rechnet die Preussenelektra in ihrem eigenen Bereich mit einem Investitionsvolumen von etwa 120 Mill. DM. Da der Bau von Kraftwerken sich über längere Zeiträume erstreckt, hat das Unternehmen bis 1965/66 vorausdisponiert. Danach wird das schwebende Bauvolumen etwa 500 Mill. DM erfordern. Eines der neuen Großprojekte ist der Bau eines Dampfkraftwerkes bei Landesherren an der Weser, das auf Erdgasbasis betrieben werden soll. Die Aufbringung der für 1960 benötigten Mittel, zu den 120 Mill. bei der Preussenelektra selbst kommen noch etwa 80 Mill. bei Tochtergesellschaften, wird als gesichert bezeichnet. In der ersten Hälfte des Jahres 1961 aber wird man wohl Anleihebedarf anmelden müssen, wobei zunächst an 100 Mill. DM gedacht wird, die in zwei Tranchen aufgelegt werden sollen. Da bis dahin alte Schulden weiter getilgt sein werden, befürchtet die Verwaltung nicht, daß die gegenwärtige Relation von Eigenmitteln zu langfristigen Fremdmitteln mit 1 : 1 sich verändern wird. Die nach Wertberichtigungen mit etwa 320 (293) bilanzierenden Sachanlagen sind von 304 (275) Mill. Eigenmitteln nahezu voll gedeckt.

Während der Jahresertrag bei der Preussenelektra selbst sich nur um 5,2 vH erhöht hat (trotz gestiegener Betriebskosten wurden die Strompreise um die Jahresmitte ermäßigt) – haben die Beteiligungen durch höhere Dividendenablieferungen diesmal 18,7 (14,8) Mill. DM zum Jahresergebnis beigetragen, das aber vor allem durch die auf 9,2 (1,8) Mill. erhöhten aoErträge stark beeinflußt worden ist. Angesichts dieser außerhalb des betrieblichen Ergebnisses liegenden Erträge hat sich die Verwaltung denn auch entschlossen, aus dem auf 18,8 (15,8) Mill. erhöhten Reingewinn zwar wieder 11 vH Dividende zu zahlen, außerdem aber 2 vH Bonus zu verteilen. Auf die Frage, ob man eine Privatisierung dieses großen bundeseigenen Konzerns für zweckmäßig halte, war erwartungsgemäß von der Verwaltung keine eindeutige Antwortzuerhalten. oe