Unser Zeitalter ist eher puritanisch als wolllüstig, es ist eher kühl als schwül, eher feige als lasterhaft. – Friedrich Sieburg.

Nobelpreisträger am Bodensee

Die 10. Tagung der Nobelpreisträger, die in der vorigen Woche in Lindau stattfand, war der Medizin und Biochemie gewidmet. Bei der Eröffnung waren 18 Nobelpreisträger anwesend, darunter die Professoren Butenandt, Domagk, von Euler-Chelpin (Stockholm), W. Heß (Zürich), H. A. Krebs (Oxford), Sanger (Cambridge), Murphy (USA), Virtanen (Helsinki). Die Professoren Born, Hahn, Heisenberg und Staudinger, deren Forschungsgebiete außerhalb der Medizin liegen, nahmen als Gäste teil. Butenandt gab bekannt, daß es gelungen sei, den Duftstoff des Seidenspinners synthetisch herzustellen – was vielerlei praktische Folgen haben dürfte.

Billinger 70 Jahre alt

Richard Billinger, als Sohn eines Krämers in St. Marienkirchen (Oberösterreich) am 20. Juli 1890 geboren, war Jesuitenzögling und zum Priester bestimmt. Er fühlte sich zum Berufsboxertum hingezogen und studierte Philosophie. Er schrieb Gedichte, Dramen, Romane, Erzählungen, Drehbücher. "Raubnacht" (1931), das Schauspiel, das auf vielen Bühnen gespielt wurde, brachte ihm den halben Kleist-Preis ein. "Rosse", "Der Gigant", "Stille Gäste", "Hexe von Passau", "Der Plumpsaek": wüstes Triebleben und überschwengliche Religiosität finden sich dicht nebeneinander. Manieriert konnte man ihn nennen, einseitig nicht.

Ernst-Ludwig-Bau-Haus

Walter Gropius, Architekt und Verfechter des "Gesamtkunstwerkes", berühmter Begründer des "Bauhauses", das sich seit 1919 in Weimar befand und 1925 nach Dessau verlegt wurde, hat die Anregung zum "Bauhaus-Archiv" gegeben. Es wurde im Mai dieses Jahres in Darmstadt gegründet und befindet sich im Ernst-Ludwig-Haus (Mathildenhöhe). Das Archiv soll Akten, Briefe, Zeichnungen, Modelle des Bauhauses und verwandter Erscheinungen aus der Zeit von 1850 bis heute vereinigen.