Im Abschluß des Norddeutschen Lloyd für das Geschäftsjahr 1959 findet eine jetzt zehnjährige intensive Wiederaufbauarbeit einer der größten deutschen Reedereien ihren Niederschlag. Ein Wiederaufbau, der praktisch jetzt sein Ende gefunden hat, vorläufig jedenfalls, denn die Ausführungen der Verwaltung und das umfassende Zahlenwerk umreißen klar die Aufgaben für die nächsten Jahre, nämlich zu konsolidieren. Das Geschäftsjahr 1959 hatte viele Schattenseiten. Das Überangebot an Trockenfrachtraum und der Tonnageüberhang in der Tankschiffahrt wirkten sich abträglich aus, genau wie die von vielen Staaten noch durchgeführten protektionistischen Maßnahmen, mit denen eine ausgesprochene Diskriminierung fremder Flaggen verbunden ist. Dennoch spricht der Vorstand des Norddeutschen Lloyd auch von einigen erfreulichen Aspekten. Entgegen ursprünglich gehegten Befürchtungen ist das Liniengeschäft im Berichtsjahr doch noch ganz befriedigend gewesen, jedenfalls hinsichtlich des Ladungsvolumens. Allerdings, und hierauf weist die Verwaltung der Reederei nachdrücklich hin. werden lich Franchreimen men auf Grund des er wähnten Tonnageüberangebotes und der weiter nach oben gerichteten Kosten, insbesondere für der Lade- und Löschvorgang, beeinträchtigt.

Wenn dennoch ein mit 48,8 (1958: 42,8) Mill. DM um rund 6 Mill. DM erhöhtes Reedereiergebnis ausgewiesen wird, so ist die Ursache hierfür die der Übernahme früherer Lloyd-Töchter. Nach Ausschaltung aller außerordentlichen Kosten entspricht das reine Reedereiergebnis annähernd dem des Vorjahres. Diese Umstellung schlägt sich auf der anderen Seite auch in den Abschreibungen nieder, die mit 33,5 (27,0) Mill. DM ebenfalls wesentlich höher sind. Der erzielte Gewinn beläuft sich auf 0,17 (0,31) Mill. DM, der wieder auf neue Rechnung vorgetragen werden soll (HV: 29. Juli).

Die Flotte des Norddeutschen Lloyd wurde im Berichtsjahr um vier Frachter auf 44 Einheiten mit rund 360 000 (328 000) Tragfähigkeitstonnen vergrößert. Hinzu kommen die beiden Passagierschiffe "Berlin" und Bremen", von denen das letztere der Bremer Nordatlantikdienst GmbH gehört, die im Berichtsjahr das Kapital auf 6,2 Mill. DM erhöhte. Im Auftrag befinden sich zur Zeit noch zwei Frachtmotorschiffe mit zusammen 25 000 Tragfähigkeitstonnen; sie werden noch im Laufe dieses Jahres in Dienst gestellt. Sml.