H. P. G., Montevideo, im Juli

In Anwesenheit von Peter von Siemens und anderer Industrieller und Wissenschaftler aus der Bundesrepublik wurde kürzlich die Wasserkraftanlage Baygorria (270 km nordwestlich von Montevideo) eröffnet. Das Kraftwerk liegt am 400 km langen Fluß Rio Negro, im Zentrum Uruguays, wie das Werk Rincón del Bonete, dessen Bau 1937 von einem deutschen Konsortium (Siemens-Schuckert-Werke, AEG, J. M. Voelk) begonnen und 1945 mit nordamerikanischer Beteiligung fertiggestellt wurde.

Der Auftrag für Baygorria wurde 1956 bei stärkster internationaler Konkurrenz, welche sich Weltfirmen aus zehn Staaten lieferten, dem "Konsortium Siemens" zugesprochen. Das Werk wurde für die in DM zu leistenden Zahlungen mit einem Darlehen der Weltbank von 25,5 Mill. Dollar finanziert.

Federführend für den Bau waren die Siemens-Schuckert Werke A. G., Erlangen. Sie lieferten die gesamte elektrotechnische Einrichtung. Der Bauteil wurde von der Siemens-Bauunion GmbH München, der Philipp Holzmann A. G., Frankfurt a. M., und Grün & Bilfinger A. G., Mannheim, ausgeführt. Die Turbinen werden von der schwedischen Firma Nydquist & Holm AG (Nehab), die Wehranlage von den "Vereinigte österreichische Eisen- und Stahlwerke AG", Linz, die Turbinen-Ein- und Auslaufeinrichtungen von der Rheinstahl-Union Brückenbau AG, Dortmund, die Krananlagen von der Maschinenfabrik C. Haushahn, Stuttgart, geliefert.

Bei dem Bau wurden zeitweise 1500 Personen – unter ihnen 135 deutsche Ingenieure und Spezialkräfte – beschäftigt. Baygorria soll etwa 100 000 kwh liefern und damit zusammen mit den anderen drei Kraftwerken den uruguayischen Elektrizitätsbedarf von etwa 1300 Mill. kwh jährlich decken.