Die Landwirtschaftliche Rentenbank ist das Spitzeninstitut für den langfristigen Agrarkredit. Sie nimmt Mittel auf dem Kapitalmarkt durch Ausgabe von Landwirtschaftsbriefen und Kassenobligationen auf. Der entsprechende Umlauf betrug Ende 1959 rund eine Viertelmilliarde DM, wovon 130 Mill. DM auf Emissionen des Geschäftsjahres 1959 fielen. Im verstärktem Maße wendet sich in jüngerer Zeit die Landwirtschaftliche Rentenbank auch anderen Kapitalquellen zu; so wurden 1959 gegen Schuldscheine der Anstalt rund 21 Mill. DM an lang- und mittelfristigen Geldern hereingenommen. Weiter hat das Institut in verstärktem Maße ihre reichlich bemessenen eigenen Mittel, dies sind rund 200 Mill. DM, für die lang- und mittelfristige Finanzierung eingesetzt. Dafür mußte es sich über Termineinlagen rund 80 Mill. DM für die Finanzierung ihres kurzfristigen Geschäftes besorgen, wobei das Institut zweifellos bestrebt ist, dieses Mittel bei rechter Gelegenheit durch aufgenommene langfristige Mittel abzulösen.

Die Bundesregierung benutzt das Institut, um Mittel des Grünen Plans und des ERP-Sondervermögens in die Landwirtschaft einzuschleusen. Alles in allem waren Ende Dezember 1959 für 1,22 Mrd. DM an mittel- und langfristigen Krediten zugesagt; davon waren 1,10 Mrd. DM ausgezahlt und in der Bilanz ausgewiesen.

Schwierigkeiten macht jetzt – die Zinsentwicklung. Die Landwirtschaft ist der Meinung, nicht in der Lage zu sein, hohe Zinsen zu zahlen. Zinsverbilligungen spielen deshalb bei ihr eine große Rolle. 1958 wurden 978 Mill. DM an Krediten zinsverbilligt, 1959 waren es 624 Mill. DM und im ersten Quartal dieses Jahres 165 Mill. DM. Nun aber sollen Zinsverbilligungen im allgemeinen nur bei einem Zinssatz von höchstens 7 vH gewährt werden. Bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank hofft man, daß diese Bestimmung revidiert wird, weil langfristige Kredite mit einer Effektivverzinsung von 7 vH praktisch kaum noch zu erlangen sind.

Das kurzfristige Kreditgeschäft der Landwirtschaftlichen Rentenbank dient in erster Linie der Finanzierung der öffentlichen Vorratshaltung an Grundnahrungsmitteln, also Getreide, Fleisch und Fett. Zu berichten ist schließlich noch, daß die Landwirtschaftliche Rentenbank, obwohl ihr Geschäftszweck nicht auf die Erzielung eines Gewinnes ausgerichtet ist, gut verdient hat. Nachdem den Rücklagen weitere 2 Mill. DM zugewiesen wurden, bleibt ein Gewinn von 5.6 Mill. DM denen 10 vH Einrichtungen zukommen werden, die der Förderung der Landwirtschaft dienen während die verbleibenden 5 Mill. DM der Hauptrücklage zugewiesen werden. W. R.