Der „blonde Hans“ war einer der ersten männlichen Filmstars noch aus Stummfilmzeiten. Und wie er die Pose und den Beifall liebte! Er war seit seinen ersten Erfolgen in den zwanziger, Jahren auf der Bühne und im Film eine populäre Figur. Um ihn, der ein Kind des Volkes war – er wurde 1892 als Sohn eines Schlachters in Hamburg geboren –, war eine Aura von Freiheit und Verwegenheit, von vitaler Kraft auch dann noch, als aus dem blonden Hans schon ein weißer Hans geworden war. Ein zartes Rauhbein! Mit Volldampf voraus! Um ihn war ein Hauch der weiten Welt. Er war einer der letzten, der mit brüchiger Stimme die sentimentalen Lieder vom Leben auf See und vom sehnsüchtigen Fernweh sang, die eine Zeitlang in den Kabaretts und von der Kinoleinwand ertönten. Aber weil Hans Albers ein Charakter war, weil er diszipliniert war und ein fleißiger, unermüdlicher Arbeiter, so fand er immer neue Aufgaben. Er war auch dem Thater treu geblieben. Er fand auch dort immer ihm gemäße Rollen von naiver, strahlender Lebensbejahung. Molnars Liliomwurde die Paraderolle seines Lebens. Während eines Gastspiels in dem Musical nach Zuckmayers „Katharina Knie“ im Raimund-Theater in Wien zwang ihn im Februar eine schwere Krankheit, aufzuhören. Erst zwei Monate später war er in sein Haus am Starnberger See zurückgekehrt. Er starb in einem Münchener Krankenhaus. Der ewig junge Hans ist fast siebzig Jahre alt geworden. EM