Auf der Hauptversammlung der Hamburg-Amerika Linie (Hapag), Hamburg, bedauerte der Aufsichtsratsvorsitzende, Dr. Karl Klasen (Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, die seinerzeit von dem Hamburger Reeder Schuchmann die Hapag-Majorität übernahm), daß die Hapag für 1959 ihren Aktionären kein besseres Ergebnis vorlegen konnte. Er sprach die Hoffnung aus, daß dies bald anders werden würde. Tatsächlich klang auch in der Rede des Vorstandsmitgliedes Werner Traber ein gewisser Optimismus an; ob dieser sich jedoch in absehbarer Zeit in Dividendenzahlungen niederschlagen wird, muß bezweifelt werden. Traber brachte nämlich gleichzeitig zur Sprache, daß die Konsolidierung der Reederei Vorrang haben muß. In 1959 haben sich die langfristigen Verbindlichkeiten um 15,4 Mill. DM vermindert. Gleichzeitig wurden für rund 40 Mill. DM Abschreibungen erwirtschaftet – angesichts der schwierigen Schiffahrtslage ein durchaus imponierendes Ergebnis. Dennoch: das Anlagevermögen der Reederei ist z. Z. nur zu etwa 19 vH durch Eigenkapital gedeckt. Für deutsche Nachkriegs-Reederei-Bilanzen nichts Ungewöhnliches, aber diese Relation hat auch mit gesunden kaufmännischen Grundsätzen noch wenig zu tun. Deshalb ist der Wunsch nach Konsolidierung durchaus berechtigt. Die große Hoffnung für die Reederei ist die, daß bei der Endabrechnung der gewährten Wiederaufbaudarlehen der Umstand berücksichtigt wird, daß die Reedereien bislang für ihre Kriegs- und Nachkriegsverluste noch nicht entschädigt worden sind. ne